Gärten
Strzelce Opolskie, Oppeln
Graf Andrzej Maria Renard war von englischen Landschaftsgärten so begeistert, dass er seinen Gärtner zum Studium nach London schickte. Das Ergebnis ist in Strzelce Opolskie (Groß Strehlitz) bis heute zu sehen: ein denkmalgeschützter Landschaftspark von etwa 62–65 ha (die Angaben schwanken), mit Teichen, künstlichen Hügeln und Bäumen aus der ganzen Region. Die Arbeiten begannen 1832 und dauerten fast 30 Jahre.
Südlich des Schlosses lagen nasse Wiesen, die in den 1820er-Jahren entwässert wurden. Der Gärtner Schmidt, der unter anderem bei Fürst Pückler gelernt hatte, kehrte 1832 mit Plänen aus England zurück und begann mit der Anlage; später beriet auch Eduard Petzold. Da kein Bach das Gelände durchfloss, hob man zwei lange, durch einen Kanal verbundene Teiche aus und setzte Fische ein. Aus der Erde, die Hunderte Arbeiter mit Schubkarren abtransportierten, entstanden Hügel: der Kastanienberg am Schloss, der als Kühlkeller diente, und der Tempelberg, auf dem einst ein Pavillon im griechischen Stil stand (heute Anhöhe der „drei Bänke“).
Bäume wurden samt Wurzeln aus den gutseigenen Wäldern geholt, die schönsten Exemplare sogar aus den Wäldern um Lubliniec. Der Überlieferung nach mussten 16 Ochsen eine alte Linde aus dem Klosterhof in Jemielnica ziehen. Im Januar 1945 brannte die Rote Armee das Schloss nieder und zerstörte die meisten Parkbauten: Orangerie, Ananashaus, Fasanerie und Tempelchen.
Die ul. Parkowa teilt die Anlage in zwei Teile:
Die eigentlichen Schätze sind die Bäume: rund 300 Jahre alte Eiben, Tulpenbäume, Platanen, Ginkgo, Silberahorne sowie weiße und Blutbuchen. Hier wächst auch eine Ulme von 37,5 m Höhe, die als höchste ihrer Art in Polen gilt. Die Bäume erläutert der 2006 angelegte Naturlehrpfad „Szlak Hrabiego Renarda“ (Graf-Renard-Weg).
Mit dem Park ist die Legende von Prinzessin Elisabeth verbunden, Tochter Herzog Alberts von Strehlitz, deren Geist ins Schloss zurückgekehrt sein soll. Die Gräfin Eufemia ließ ihr ein Denkmal errichten – und da es kein Bildnis der Prinzessin gab, erhielt es die Gestalt der römischen Göttin Ceres mit Füllhorn. Die Figur wurde in den 1960er-Jahren entfernt. Im Park liegt außerdem das Grab von Wolfgang zu Castell-Castell, dem letzten Schlossbesitzer, der 1940 starb.
Der Park ist frei zugänglich und kostenlos; Eingänge gibt es an der Schlossruine und an der ul. Parkowa, wenige Gehminuten vom Marktplatz. Für einen gemütlichen Rundgang durch beide Teile mit Halt an den Infotafeln sollten Sie 1–1,5 Stunden einplanen. Die Wege sind eben und kinderwagentauglich. Beginnen Sie am besten im kleinen Park beim Marstall und wechseln Sie dann über die ul. Parkowa auf die Wiesen des großen Parks – dort erschließt sich die Idee der englischen Landschaft am besten.
Eintritt frei
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