Kirchen & Klöster
Góra Świętej Anny, Oppeln
Der Sankt Annaberg (Góra Świętej Anny) ist der bedeutendste Wallfahrtsort Oberschlesiens: Auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans stehen eine barocke Basilika, ein Franziskanerkloster und ein weitläufiger Kalvarienberg. Für viele Besucher aus Deutschland ist der Annaberg mehr als eine Sehenswürdigkeit – hier verbinden sich Glaube, Familiengeschichte und die wechselvolle Vergangenheit einer Grenzregion. Das Ensemble ist als polnisches Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) geschützt und lohnt sich auch für Reisende, die nicht als Pilger kommen.
Der Ort mit rund 430 Einwohnern gehört zur zweisprachigen Gemeinde Leschnitz (Leśnica) im Kreis Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie). Seit 2008 ist Sankt Annaberg offiziell als zusätzlicher deutscher Ortsname anerkannt und steht auf den Ortsschildern. Bis Oppeln (Opole) sind es etwa 40 km, die Autobahn A4 verläuft nur wenige Kilometer nördlich.
Aus Deutschland fährst du am einfachsten über die A4: von Görlitz über Breslau (Wrocław) und Oppeln bis zum Annaberg sind es rund 300 km, von Dresden rund 400 km. Von Berlin erreichst du die A4 über Breslau. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Berg nur umständlich zu erreichen – für einen Tagesausflug ist das Auto die realistische Wahl.
Der Berg hieß früher Chelmberg. 1480 entstand hier eine hölzerne Georgskirche, gestiftet von der Familie Strzała. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam eine spätgotische Figur der heiligen Anna Selbdritt hierher – Anna mit Maria und dem Jesuskind –, nach der Kirche und Berg seither benannt sind.
1655 flohen etwa 30 Franziskaner vor den schwedischen Truppen aus Krakau (Kraków) auf den Annaberg. Mit Unterstützung der Grafen von Gaschin entstand 1671–1673 die barocke Kirche, 1733–1749 das steinerne Kloster und 1768 der Paradieshof. Die Ordensleute mussten den Berg mehrfach verlassen: 1810 nach der preußischen Säkularisation, 1875 im Kulturkampf und 1940 auf Anordnung der NS-Behörden. Jedes Mal kehrten sie zurück.
Bis 1945 gehörte der Annaberg zu Deutschland. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien im März 1921 stimmte die Mehrheit der Einwohner des Ortes für den Verbleib bei Deutschland. Im Mai 1921, während des Dritten Schlesischen Aufstands, wurde um den Berg zwischen polnischen Aufständischen und deutschen Selbstschutz- und Freikorpsverbänden heftig gekämpft. Beide Seiten deuteten diese Kämpfe später für sich: In der NS-Zeit entstanden eine Thingstätte und ein Ehrenmal, nach 1945 das polnische Denkmal der Aufständischen. Heute erinnern beide Orte – sachlich betrachtet – an einen Konflikt, der die Region tief geprägt hat.
1980 erhielt die Kirche den Titel Basilica minor, 1983 betete hier Papst Johannes Paul II., und seit 2004 ist die Kultur- und Naturlandschaft des Annabergs ein Geschichtsdenkmal.
Der Eintritt in Basilika und Kalvarienberg ist frei. Während der Messen ist eine Besichtigung des Innenraums nicht möglich. Für Kirche und Paradieshof genügt etwa eine Stunde, mit Kalvarienberg, Amphitheater und Naturschutzgebiet solltest du einen halben Tag einplanen. Die Wege sind teils steil und uneben, festes Schuhwerk ist sinnvoll.
Am vollsten ist es zum Annafest Ende Juli und bei den großen Sommerwallfahrten, darunter auch Wallfahrten der deutschen Minderheit. Ruhiger sind Werktage im Frühjahr und Herbst.
Czynne miejsce kultu, wstęp wolny; msze: niedziele 7:00, 8:30, 10:00, 11:30, 15:30 (po niemiecku), 17:00; dni powszednie 7:00, a od 1.05 do 31.10 także 11:00 i 18:00; sobota 18:00 msza niedzielna.
Wstęp wolny
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Geprüft: Oktober 2026