Natur
Posen, Großpolen
Wo fast ein Jahrhundert lang Lehm für die Ziegel der wachsenden Stadt Poznań (Posen) abgebaut wurde, spiegelt sich heute Schilf im Wasser, und über den Teichen kreisen Seeschwalben. Szachty – oder einfach Glinianki, „die Lehmgruben“ – sind rund 40 Teiche im Tal des Junikowo-Bachs im Süden der Stadt, verbunden durch Spazierwege, mit Steg und 25 Meter hohem Aussichtsturm. Eines der naturkundlich wertvollsten Gebiete Poznańs – und ein Erbe seiner Industriegeschichte.
Die Ziegeleien in Rudnicze, Kotowo und Świerczewo entstanden im großen Bauboom um 1900, als der Rückbau von Teilen der Festung Posen der Stadt Raum zum Wachsen gab. Sie waren durch Feldbahnen und Anschlussgleise verbunden; die letzten schlossen in den 1990er-Jahren. Die Gruben füllten sich mit Wasser – es entstanden Teiche von 0,2 bis 12 ha. Schon in den 1970er-Jahren galt das Gebiet als eines der wertvollsten in Poznań und wurde als ökologische Schutzfläche ausgewiesen.
Ab 2014 wurde das Gelände für Spaziergänger erschlossen: mit Wegen, Bänken und Infotafeln. 2018 wurden Aussichtsturm und Steg eröffnet. Der Name kommt vom deutschen Wort Schacht.
1998 wurden hier 328 Pflanzenarten gezählt, bereits in den 1970er-Jahren beschrieben Forscher in den Teichen 474 Algenarten. 1996 entdeckte man Orchideen – Großes Zweiblatt und Fleischfarbenes Knabenkraut. Am Wasser sieht man Flussseeschwalben, Haubentaucher, Reiherenten und Beutelmeisen, in den Teichen leben unter anderem Aale, Schleien, Karauschen und Welse. Holztafeln entlang der Wege erklären Flora und Fauna.
Eintritt frei
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