Denkmäler & Hügel
Posen, Großpolen
Das Denkmal für den Posener Juni 1956 (Pomnik Poznańskiego Czerwca 1956), in Posen „Poznańskie Krzyże“ – die Posener Kreuze – genannt, steht auf dem Adam-Mickiewicz-Platz im Kaiserviertel, direkt neben dem Kaiserschloss. Zwei miteinander verbundene, von einem Seil umschlungene Kreuze von 19,5 und 21 Metern Höhe erinnern an die Opfer des ersten großen Aufstands gegen das kommunistische Regime in Polen. Das Denkmal ist rund um die Uhr frei zugänglich.
Am Morgen des 28. Juni 1956, dem „Schwarzen Donnerstag“, traten die Arbeiter der Cegielski-Werke (damals nach Stalin benannt) in den Streik. Der Zug wuchs auf fast 100.000 Menschen an, die sich vor dem Sitz der Stadtverwaltung im Kaiserschloss versammelten. Aus Forderungen nach Brot und gerechtem Lohn wurden regierungs- und sowjetfeindliche Parolen. Das Regime setzte rund 10.000 Soldaten und Hunderte Panzer ein. Dutzende Menschen starben (die Angaben gehen auseinander, häufig genannt werden insgesamt 57 Tote), darunter der 13-jährige Romek Strzałkowski, der zum Symbol der Tragödie wurde. Der Posener Juni war der erste Generalstreik der Volksrepublik Polen und beschleunigte das politische Tauwetter im Oktober 1956 – im selben Jahr wie der Ungarische Volksaufstand.
Die Initiative ging im Herbst 1980 von der Gewerkschaft Solidarność aus. Den Wettbewerb gewannen der Bildhauer Adam Graczyk und der Architekt Włodzimierz Wojciechowski; die Stahlteile wurden größtenteils im Cegielski-Werk gefertigt, von dem der Protest 1956 ausgegangen war. Am 28. Juni 1981, zum 25. Jahrestag, wurde das Denkmal vor etwa 200.000 Menschen enthüllt; zu den Rednern gehörte Lech Wałęsa. Ein halbes Jahr später wurde in Polen das Kriegsrecht verhängt.
Jedes Jahr am 28. Juni finden hier die zentralen Gedenkfeiern statt. Denk daran, dass es sich um einen Gedenkort handelt: Vor Kerzen und Kränzen ist Zurückhaltung angebracht, und beim Fotografieren nimmst du Rücksicht auf Menschen, die hier innehalten. Für deutsche Besucher ist der Ort auch deshalb bewegend, weil 2006 Bundespräsident Horst Köhler an der Gedenkfeier teilnahm.
Das neoromanische Kaiserschloss, erbaut für Kaiser Wilhelm II., beherbergt das Museum des Posener Aufstands – Juni 1956 (Öffnungszeiten vorab prüfen). Gegenüber steht das Universitätsgebäude Collegium Minus, in der Nähe liegen das Opernhaus (Teatr Wielki) und das Enigma-Chiffrenzentrum, das an die Posener Mathematiker erinnert, die als Erste die deutsche Enigma knackten.
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Geprüft: Oktober 2026