Burgen
Posen, Großpolen
Das Königsschloss in Posen (Poznań) thront auf dem Przemysł-Hügel, nur wenige Gehminuten vom Alten Markt entfernt. Es war Residenz von Przemysł II., der 1295 zum König von Polen gekrönt wurde, und beherbergt heute das Museum für Angewandte Kunst, eine Abteilung des Nationalmuseums Posen. Wahrzeichen ist der 43 Meter hohe Turm mit Aussichtsterrasse über den Dächern der Altstadt. Gut zu wissen: Ein großer Teil der heutigen Anlage ist eine Rekonstruktion aus den Jahren 2010–2013, über die in Polen lebhaft diskutiert wurde.
Wann die erste Burg entstand, ist nicht genau bekannt. Herzog Przemysł I. könnte im 13. Jahrhundert einen gemauerten Wohnturm begonnen haben; fortgesetzt wurde der Bau von seinem Sohn Przemysł II., der 1295 gekrönt und ein Jahr später ermordet wurde. Kasimir der Große vollendete das Schloss vor 1337. 1493 leistete hier der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hans von Tieffen, dem polnischen König den Lehnseid.
Danach brannte das Schloss mehrfach und wurde zerstört – 1536, während der schwedischen Invasion und im Großen Nordischen Krieg (1704). 1783 errichtete Kazimierz Raczyński auf den alten Mauern ein Archivgebäude; nach dem Übergang Posens an Preußen ließ man die Ruinen des Südteils abtragen, später nutzte das Staatsarchiv den Bau. Im Februar 1945, bei den Kämpfen um die Posener Zitadelle, wurde das Schloss zerstört. 1959–1964 baute man das Raczyński-Gebäude wieder auf, 2010–2013 wurde der Südteil mit dem hohen Turm nach Plänen von Witold Milewski in Formen des 16. Jahrhunderts rekonstruiert. Original erhalten sind unter anderem Fundamente aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Das Museum für Angewandte Kunst zeigt auf fast 1.500 m² rund 2.000 Objekte vom Mittelalter bis zum modernen Design: Möbel, Keramik, Glas, Metallarbeiten, Waffen, Schmuck, Textilien und Kostüme. Im Mittelpunkt steht europäisches, auch polnisches Kunsthandwerk; Musik und Filme ergänzen die Ausstellung.
Nach dem Rundgang kannst du auf die Aussichtsterrasse im Turm steigen. Laut Website des Museums ist der Aufzug außer Betrieb – nach oben geht es nur über Treppen.
Plane 1,5–2 Stunden ein. Laut dem offiziellen Stadtportal poznan.pl (Stand: August 2026) ist das Museum geöffnet:
Aktuelle Eintrittspreise ließen sich auf der offiziellen Website nicht bestätigen – erkundige dich an der Kasse (+48 61 85 68 075) oder auf mnp.art.pl. Es gibt Besucherwege für Menschen mit Seh-, Hör- und geistiger Beeinträchtigung.
Adresse: Góra Przemysła 1, im Herzen der Altstadt, vom Alten Markt über die ul. Franciszkańska in wenigen Minuten erreichbar. Von Berlin fährst du mit dem Zug in etwa 2,5 bis 3 Stunden nach Posen, mit dem Auto über die A2. Die Altstadt ist kostenpflichtige Parkzone – am besten kommst du zu Fuß oder mit der Straßenbahn.
Ja – vor allem wegen des Ausblicks vom Turm und für Freunde des Kunsthandwerks. Kombiniere den Besuch mit dem Alten Markt und den berühmten Ziegenböcken am Rathaus, der barocken Pfarrkirche (Fara), dem Kaiserschloss und dem Enigma-Chiffrenzentrum. Die Dominsel liegt etwa 1,5 Kilometer östlich. Am längsten geöffnet ist das Museum freitags – ideal für einen Besuch am späten Nachmittag.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026