Museen
Posen, Großpolen
Das Museum des Großpolnischen Aufstands in Posen (Muzeum Powstania Wielkopolskiego) befindet sich in der klassizistischen Hauptwache (Odwach) mitten auf dem Alten Markt, direkt neben dem Rathaus. Es erzählt vom Aufstand 1918/1919, mit dem die damalige preußische Provinz Posen an das wiedererstandene Polen kam – ein Kapitel, das auch die deutsche Geschichte unmittelbar berührt. Die Ausstellung ist kompakt, der Eintritt günstig und dienstags sogar frei.
Posen gehörte seit den Teilungen Polens Ende des 18. Jahrhunderts zu Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es am 27. Dezember 1918, kurz nach der Ankunft des Pianisten und Politikers Ignacy Paderewski, zu Kämpfen zwischen polnischen Aufständischen und deutschen Truppen. Innerhalb weniger Wochen kontrollierten die Polen den Großteil der Provinz; der Versailler Vertrag bestätigte später die Zugehörigkeit zu Polen. In Polen ist der 27. Dezember heute ein staatlicher Gedenktag. Das Museum stellt die Ereignisse aus polnischer Perspektive dar – sachlich und gut nachvollziehbar.
Das Gebäude entstand 1783–1787 nach Plänen des Warschauer Architekten Jan Chrystian Kamsetzer, gestiftet vom Generalstarosten Großpolens Kazimierz Raczyński. Auf der Attika siehst du drei Wappenkartuschen: in der Mitte das Wappen der Adelsrepublik zur Zeit König Stanisław Augusts, daneben das Familienwappen der Raczyński und das Stadtwappen von Posen. Das Haus diente der Stadtwache und später der Polizei, wurde 1945 schwer beschädigt und 1949–1951 wieder aufgebaut.
Die Dauerausstellung „Der Großpolnische Aufstand 1918–1919. Der Weg zur Unabhängigkeit“ zeigt Ursachen, Verlauf und Folgen der Kämpfe: Waffen, Uniformen, Karten, Fotos und Dioramen, etwa einen nachgebauten Schützengraben mit Maschinengewehr. Die Beschriftungen sind überwiegend polnisch; eine deutschsprachige Führung wird nicht angeboten, wohl aber eine englische. Gelegentlich stehen vor dem Gebäude Ehrenwachen in historischen Uniformen.
Für blinde und sehbehinderte Gäste gibt es Braille-Beschriftungen mit QR- und NFC-Codes, taktile Markierungen und FM-Höranlagen; Assistenzhunde sind erlaubt.
Adresse: Stary Rynek 3, Poznań. Von Berlin fährst du mit dem Zug etwa 2,5–3 Stunden nach Posen, mit dem Auto über die A12 und die polnische A2. Vom Hauptbahnhof sind es rund 25 Minuten zu Fuß. Für den Besuch reichen 45 bis 60 Minuten. Wer sparen will, kommt am Dienstag – dann ist der Eintritt frei, allerdings sind an diesem Tag oft Schulklassen unterwegs. Die Ausstellungsfläche ist klein; mit großem Rucksack oder Kinderwagen wird es eng. Tipp: Lies dich vorab kurz in die Geschichte der Provinz Posen ein, dann erschließen sich viele Exponate auch ohne polnische Sprachkenntnisse. Am Wojciech-Hügel entsteht ein deutlich größerer Neubau des Museums, der 2027 fertig werden soll.
Um 12 Uhr stoßen am Rathaus die Ziegenböcke zusammen, gleich daneben liegen das Hörnchenmuseum, das Musikinstrumentenmuseum und das Archäologische Museum. Auf dem Friedhof der Verdienten Großpolen ruht General Stanisław Taczak, der erste Befehlshaber des Aufstands.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
III–X: wt–sob 10:00–17:00, nd 10:00–16:00; XI–II (zima 2026/27): wt–nd 10:00–16:00; poniedziałki nieczynne.
Normalny 15 zł, ulgowy 10 zł; we wtorki wstęp bezpłatny; przewodnik PL 70 zł, EN 90 zł.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026