Märkte & Altstädte
Posen, Großpolen
Der Alte Markt in Posen (Stary Rynek, Poznań) ist das historische Herz der Stadt und einer der farbenprächtigsten Marktplätze Polens. Ein Renaissance-Rathaus mit mechanischen Ziegenböcken, bunte Krämerhäuser, barocke Brunnen und unzählige Cafés machen ihn zur wichtigsten Sehenswürdigkeit in Posen. Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich – und nur gut drei Stunden von Berlin entfernt, also ideal für einen Wochenendtrip.
Posen liegt im Westen Polens an der Strecke Berlin–Warschau. Mit dem Zug (Berlin-Warszawa-Express) erreichst du die Stadt von Berlin aus in knapp drei Stunden, mit dem Auto über die A2 sind es rund 270 Kilometer. Vom Hauptbahnhof Poznań Główny läufst du in 20–25 Minuten zum Markt oder nimmst die Straßenbahn.
Der Platz selbst ist weitgehend autofrei, rund um die Altstadt gelten Verkehrsbeschränkungen und die Innenstadt liegt in einer gebührenpflichtigen Parkzone. Am entspanntesten parkst du im Zentrum und gehst die letzten Minuten zu Fuß.
Der Markt entstand um 1253, als die neue Rechtsstadt am linken Ufer der Warthe angelegt wurde. Er ist ein exaktes Quadrat mit 141 Metern Seitenlänge. In der Mitte steht ein ganzer Block von Gebäuden: Rathaus, Hauptwache, Stadtwaage, ehemalige Tuchhallen und Zeughaus sowie eine Reihe schmaler Krämerhäuser.
Über lange Zeit war Posen eine Stadt mit polnischen, deutschen und jüdischen Bewohnern; von 1793 bis 1918 gehörte sie – mit kurzer Unterbrechung in napoleonischer Zeit – zu Preußen. In dieser Zeit entstand 1891–1894 auch das Neue Rathaus auf dem Markt, das später wieder abgerissen wurde. Bei den Kämpfen um die Stadt im Winter 1945 wurden etwa 60 Prozent der Gebäude am Markt zerstört oder beschädigt. Nach dem Krieg wurden die Häuser wieder aufgebaut, zuletzt erhielt der Platz nach archäologischen Grabungen ein komplett neues Pflaster.
Das Rathaus geht auf einen kleinen gotischen Bau aus dem frühen 14. Jahrhundert zurück. 1550–1560 baute der Tessiner Architekt Giovanni Battista di Quadro aus Lugano es zu einem prächtigen Renaissancebau um: mit dreigeschossiger Loggia an der Ostfassade, einer Attika mit Bildnissen der Jagiellonen-Könige und dem Renaissancesaal mit Stuckdecke. Ein Denkmal des Baumeisters steht heute auf dem Platz.
Berühmt sind die Posener Ziegenböcke (koziołki). Die erste Uhr mit Böcken baute im September 1551 der Uhrmacher Bartel Wolff aus Guben. Die Mechanik geriet in Vergessenheit; erst als deutsche Historiker Ende des 19. Jahrhunderts den Vertrag mit Wolff im Archiv fanden, beschloss man die Rückkehr – 1913 wurden die Böcke bei der Rathausrenovierung wieder eingebaut. 1945 zerstört, kehrten sie 1954 zurück; die heutigen mit moderner Mechanik schenkte ein Posener Unternehmer der Stadt 1993. Täglich um 12 Uhr öffnet sich über der Uhr eine kleine Tür, und zwei Metallböcke stoßen zu den Klängen des Turmsignals mit den Hörnern zusammen. Laut Museum gibt es seit Kurzem auch eine Vorstellung um 15 Uhr – vor Ort nachfragen. Sei ein paar Minuten früher da, es wird voll.
Wichtig: Das Museum im Rathaus (Ratusz – Muzeum Poznania) ist wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen. Die Wiedereröffnung aller Räume ist für die Jahreswende 2027/2028 geplant. Fassade und Ziegenböcke kannst du trotzdem ganz normal sehen.
Ein süßer Tipp: Die Martinshörnchen (rogale świętomarcińskie) mit weißer Mohnfüllung sind Posens Spezialität, besonders am 11. November. Im Hörnchenmuseum am Markt kannst du beim Backen zusehen.
Auf jeden Fall. Für Markt und Ziegenböcke reichen ein bis zwei Stunden, mit Museum, Essen und einem Abstecher zur barocken Pfarrkirche (Fara) in der Nähe ein halber Tag. Abends, wenn das Rathaus angestrahlt wird, lohnt sich ein zweiter Spaziergang. Bezahlt wird in Złoty, Kartenzahlung ist weit verbreitet.
Der Alte Markt ist öffentlicher Raum, rund um die Uhr geöffnet und kostenlos. Auch die Ziegenböcke sind gratis: täglich um 12 Uhr (laut Museum zusätzlich um 15 Uhr). Das Rathausmuseum bleibt bis etwa 2027/2028 geschlossen. Öffnungszeiten und Preise der übrigen Museen findest du auf deren Websites oder in der Touristeninformation.
Etwa einen Kilometer östlich liegt die Dominsel (Ostrów Tumski) mit dem Dom, der ältesten Kathedrale Polens. Außerdem lohnen das rekonstruierte Königsschloss auf dem Przemysł-Hügel und das Kultur- und Einkaufszentrum Stary Browar.
Auf dem Alten Markt läuft der Weihnachtsmarkt Betlejem Poznańskie vom 21. November 2026 bis 6. Januar 2027; weitere Bereiche gibt es auf dem Plac Wolności (ab 20. November) und auf dem Messegelände (14. November bis 20. Dezember). Vom 11. bis 13. Dezember findet auf dem Platz die 20. Ausgabe des Poznań Ice Festival mit Eisskulptur-Wettbewerben statt. Öffnungszeiten finden Sie in unserem Guide Weihnachtsmarkt Posen 2026.
Rynek dostępny całodobowo; koziołki na wieży ratusza codziennie o 12:00 (wg muzeum także o 15:00); muzeum w ratuszu zamknięte do ok. 2027/2028.
Wstęp wolny
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Geprüft: Oktober 2026
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