Gärten
Kalisz, Großpolen
Der Stadtpark in Kalisch (Kalisz) gehört zu den ältesten öffentlichen Parks Polens: Seine Geschichte beginnt 1798, und im 19. Jahrhundert galt er als schönster öffentlicher Garten des Landes. Heute ist er die grüne Lunge der Innenstadt – mit altem Baumbestand an der Prosna und ihren Kanälen, kleinen Brücken, einem Teich mit Pavillon und historischen Gebäuden am Rand. Wenn du Kalisch besuchst, lohnt sich ein Spaziergang hier auf jeden Fall.
Kalisch liegt im Südosten Großpolens, etwa zwei Autostunden von Breslau (Wrocław) und Posen (Poznań) entfernt. Aus Berlin sind es rund 400 km, also etwa viereinhalb Stunden Fahrt. Der Park beginnt südöstlich der Altstadt, nur wenige Gehminuten vom Hauptmarkt.
1798 beschloss die Stadt, auf ehemaligen Weiden und einem früheren Jesuitengarten einen Park anzulegen. Nach dem großen Hochwasser von 1840 wurde die Prosna reguliert, zwei Kanäle entstanden, und der Park wuchs auf das andere Ufer. 1843 legte man einen runden Teich mit Inselpavillon an – wegen des Blechhahns auf dem Dach „Kogutek“ (Hähnchen) genannt; im Winter diente er als Eisbahn.
Das heutige Bild geht großteils auf eine Umgestaltung in den 1880er-Jahren zurück, nachdem ein Orkan und Hochwasser den Park beschädigt hatten; geplant haben sie Edmund Jankowski und Franciszek Szanior. Der älteste Teil hat den Charakter eines englischen Landschaftsgartens. Seit 1964 steht der Park unter Denkmalschutz. Zur Einordnung: Von 1815 bis 1918 gehörte Kalisch zum russischen Teilungsgebiet, unmittelbar an der Grenze zu Preußen.
Auf mehr als 20 Hektar wachsen über 4.000 Bäume und Sträucher, darunter 28 Naturdenkmäler. Unterwegs lohnen:
Der Stadtpark ist kein Ziel für einen ganzen Tag, sondern eine angenehme Pause während einer Stadtbesichtigung. Familien finden große Rasenflächen und Wasser, Fotografen alte Bäume, Brücken und Spiegelungen in den Kanälen. Wer sich für Literatur interessiert, entdeckt Orte, die Maria Dąbrowska in ihrem Roman „Noce i dnie“ beschrieben hat – das Viertel rund um das Theater, die Brücke und das Parkcafé. Im Winter diente der Teich Kogutek früher als Eisbahn – ein schönes Detail, wenn du mit Kindern unterwegs bist und ihnen die Geschichte des Parks erzählen willst.
Verbinde den Spaziergang mit der Altstadt: Kathedrale St. Nikolaus, Rathaus mit Aussichtsturm, der mittelalterliche Turm „Dorotka“ und die Garnisonskirche, in deren Glockenturm im 17. Jahrhundert astronomische Beobachtungen stattfanden.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026