Kirchen & Klöster
Kalisz, Großpolen
Die Kathedrale St. Nikolaus in Kalisch (Kalisz) ist die älteste Kirche einer der ältesten Städte Polens: ein gotischer Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, seit 1992 Bischofskirche des Bistums Kalisz. Hinter der schlichten Fassade wartet ein prachtvolles Inneres mit einem barocken Hochaltar, der für ein Gemälde aus der Werkstatt von Rubens gebaut wurde, Renaissancegewölben und einer patriotisch ausgemalten Kapelle. Der Eintritt ist frei, und vom Marktplatz sind es nur wenige Minuten zu Fuß.
Kalisch liegt im Südosten Großpolens, je etwa zwei Autostunden von Breslau (Wrocław), Posen (Poznań) und Lodz (Łódź) entfernt. Aus Berlin sind es rund 400 km – über die A2 Richtung Posen, dann weiter südöstlich, insgesamt etwa viereinhalb Stunden. Die Kathedrale steht in der Kanonicka-Straße 5 im Nordwesten der Altstadt.
Laut Pfarrei stifteten Herzog Bolesław der Fromme und seine Frau, die selige Jolenta, die Kirche in den Jahren 1253–1257. 1358 übergab König Kasimir der Große sie den Lateranensischen Chorherren, die über 450 Jahre blieben, bis zur Aufhebung ihres Konvents 1810.
Mehrere Brände setzten dem Bau zu. Nach einem davon begann Albin Fontana 1612 mit dem Wiederaufbau im Barockstil. 1706, nach einer Schlacht zwischen Schweden und sächsischen Truppen, wurden Stadt und Kirche verwüstet. Nach dem Brand von 1792 – Kalisch gehörte damals zu Preußen – wollte die preußische Verwaltung die Kirche 1806 abreißen, verzichtete aber darauf. 1869 begann eine gründliche Renovierung, zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die farbigen Glasfenster. Seit dem 25. März 1992 ist die Kirche Kathedrale des damals neu gegründeten Bistums Kalisz; am 4. Juni 1997 betete hier Papst Johannes Paul II. still nach einer Messe in der Stadt. Auch die polnischen Könige Kasimir der Große und Władysław Jagiełło sollen hier gebetet haben.
1621 kaufte der polnische Gesandte Piotr Żeromski in Antwerpen aus der Werkstatt von Rubens das Gemälde „Kreuzabnahme“; für dieses Bild entstand 1662 der barocke Hochaltar. In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1973 wurde das Gemälde wahrscheinlich gestohlen und der Altar angezündet, um die Spuren zu verwischen. Heute hängt dort eine Kopie.
Für die Besichtigung genügen 30–45 Minuten; Erklärungen gibt es nur auf Polnisch.
Ja – als Teil eines Rundgangs durch die Altstadt. Kombiniere ihn mit dem Rathausturm, dem Stadtpark, einem der ältesten öffentlichen Parks Polens, und dem mittelalterlichen Turm „Dorotka“.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026