Paläste
Czechowice-Dziedzice, Schlesien
In der Zamkowa-Straße in Czechowice-Dziedzice steht ein barockes Palais mit Rokoko-Stuck, das die Familie Kotuliński erbauen ließ und die Grafen Renard später verschönerten. Es gehört zu den am sorgfältigsten restaurierten Residenzen des einstigen Teschener Schlesiens. Schon das von zwei Löwen gehaltene Wappen im Giebel und der Park mit kandelaberförmig geschnittenen Linden lohnen den Abstecher.
Czechowice kaufte 1675 Friedrich Alexander Freiherr Kotuliński von Kotulin. Sein Sohn Franz Karl Kotuliński wurde Oberkanzler von Nieder- und Oberschlesien sowie Landeshauptmann des Fürstentums Glogau und beschloss um 1730, eine diesen Ämtern angemessene Residenz zu errichten. Laut dem schlesischen Tourismusportal stiftete er einige Jahre zuvor auch das Baumaterial für die gemauerte Pfarrkirche St. Katharina.
1765 erwarb Graf Andreas Renard Palais und Güter für 62.000 Rheinische Gulden. Die Renards blieben bis 1856: Sie legten einen Blumengarten und einen Obstgarten an, bauten ein Gärtnerhaus, und Andreas Renard werden die Lindenallee zwischen Palais und Kirche sowie eine Fasanerie zugeschrieben. Danach ging das Gut an Freiherrn Bernhard Heldreich, Joseph Heiser und eine Bank aus dem ungarischen Sopron, bis es an die Familie Zipser fiel, Fabrikanten aus Bielitz. Anfang des 20. Jahrhunderts kam an der Parkseite eine dreiseitige verglaste Veranda mit Wintergarten hinzu.
1945 wurde das Palais verstaatlicht und beherbergte eine Landwirtschaftsschule; am 24. Februar 1960 wurde es in das Denkmalregister eingetragen. Anfang der 1990er-Jahre ging es an die Stadt, die hier ein Fortbildungszentrum betrieb. 2001 kaufte es die Firma Pascal Polska, doch das geplante Luxushotel kam nie zustande. Die Wende brachte der Oktober 2006, als die Firma Polplast das Objekt übernahm: Die Residenz wurde gründlich restauriert, der Park erneuert und ein Vier-Sterne-Hotel eröffnet. Nach der 2017 erklärten Insolvenz von Polplast kam das Palais zur Versteigerung und ging im zweiten Anlauf, bereits ohne die historische Ausstattung, an einen privaten Unternehmer.
Für einen Rundgang um das Palais und durch den Park genügen 30–45 Minuten. Die schönsten Ansichten bieten die Wappenfassade von der Auffahrt aus und die Veranda von der Parkseite. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuelle Nutzung des Gebäudes und den Zugang zu den Innenräumen, da sich beides mit dem neuen Eigentümer geändert haben kann. Gut verbinden lässt sich der Besuch mit der Kirche St. Katharina, zu der einst die Lindenallee der Renards führte.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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