Kirchen & Klöster
Goczałkowice-Zdrój, Schlesien
Über zwei Jahrhunderte lang war die Kirche von Goczałkowice in protestantischer Hand: 1569 erklärte Freiherr Karl von Promnitz, Herr auf Pless (Pszczyna), seine ganze Standesherrschaft für lutherisch, und eine eigenständige katholische Pfarrei wurde erst 1797 wiederhergestellt. Die heutige gemauerte Kirche an der ul. Główna entstand 1909–1910, nachdem die Holzkirche abgebrannt war – ihr Hochaltar wurde vor einigen Jahren anhand einer alten Fotografie neu geschaffen.
Goczałkowice gehörte zunächst zur Pfarrei Pless. 1444 entstand eine eigene Pfarrei, vermutlich an einer kleinen Kirche des hl. Adalbert. Um 1534 wurde eine Holzkirche mit dem Doppelpatrozinium St. Adalbert und St. Georg errichtet – mit Schindeldach, frei stehendem Glockenturm und zwei Glocken. Eine Visitation im November 1598, die erste im Dekanat Pless nach dem Konzil von Trient, hielt fest, dass die Kirche in protestantischer Hand war.
Die Holzkirche brannte 1908 ab – die Quellen nennen unterschiedliche Daten: den 7. September oder den 8. Oktober. 1909–1910 entstand an ihrer Stelle eine gemauerte Kirche im Barockstil nach Plänen von Ludwik Szneider; Bauleiter war Paweł Swoboda, die Ausstattung entwarf Folka aus Pawłowice. Geweiht wurde die Kirche am 15. Dezember 1910, konsekriert jedoch erst am 10. September 1929.
2012–2013 wurde das Innere unter Leitung des Chefkonservators des Schlossmuseums in Pszczyna umfassend renoviert. Das eindrucksvollste Ergebnis ist der Hochaltaraufsatz, der anhand eines alten Fotos komplett neu rekonstruiert wurde. Achten Sie außerdem auf:
Zur Pfarrei gehören weitere Gotteshäuser: die Kapelle der Muttergottes, Heil der Kranken, von 1866, die kleine gemauerte St.-Anna-Kirche von 1883, die eine hölzerne ersetzte, sowie Kloster und Kapelle der Salvatorianerinnen von 1935.
Goczałkowice wurde zum Kurort, nachdem man im 19. Jahrhundert bei der Suche nach Salz auf Sole gestoßen war – die erste Kursaison begann im Juni 1862. Die Wurzeln von St. Georg reichen also weiter zurück als das Bad selbst, und ein Spaziergang von der Kirche zum Kurviertel zeigt beide Gesichter des Ortes.
Die Kirche steht in der ul. Główna 50. Das Innere sehen Sie am einfachsten rund um die Messen – werktags um 7:00 und 18:00 Uhr, sonntags unter anderem um 9:00 und 11:00 Uhr; den aktuellen Plan finden Sie auf der Website der Pfarrei. Planen Sie 20–30 Minuten ein. Das Patronatsfest wird am Sonntag nach dem 23. April, dem Georgstag, gefeiert. Der Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang durch das Kurviertel und einem Abstecher zum Schloss Pless verbinden.
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