Burgen
Bielsko-Biała, Schlesien
Über dem Bolesław-Chrobry-Platz, am Rand der Altstadt, steht das älteste und größte Baudenkmal von Bielsko-Biała (Bielitz-Biala). Von Weitem wirkt es wie ein Palast aus dem 19. Jahrhundert mit zinnenbekröntem Turm, doch in seinen Mauern steckt eine mittelalterliche Grenzfestung der Teschener Piasten. Fast zwei Jahrhunderte lang residierten hier die Fürsten Sułkowski, heute ist es der Hauptsitz des Historischen Museums.
Das Schloss entstand im 14. Jahrhundert, höchstwahrscheinlich auf Initiative von Herzog Przemysław I. Noszak von Teschen. Von Anfang an war es Teil der Stadtbefestigung und deren stärkster Punkt; zugleich bewachte es die Grenze an der Biała – zunächst zwischen Herzogtümern, ab Mitte des 15. Jahrhunderts zwischen der Böhmischen Krone und Polen. Ab 1572 war es Mittelpunkt der freien Standesherrschaft Bielitz, die nacheinander die Familien Promnitz, Schaffgotsch, Sunnegh, Solms und Haugwitz innehatten.
1752 kaufte Aleksander Józef Sułkowski das Schloss; im selben Jahr wurde die Herrschaft zum Herzogtum erhoben; den Fürstentitel erhielt der neue Besitzer laut den Historikern des Museums zwei Jahre später. 1753 zerstörte ein Stadtbrand Schloss und Kapelle. Die Sułkowskis blieben bis 1945 Eigentümer. Sein heutiges eklektisches Aussehen verdankt der Bau dem Umbau von 1855–1864, bei dem unter anderem die Fassade zum Chrobry-Platz entstand.
Die älteste Beschreibung des Schlosses von 1571 nennt 15 Zimmer und Stuben und 22 gewölbte Räume, dazu Brauerei, Mälzerei, Badestuben, Obstgarten und Hopfengarten. 1786 wurde in der Kapelle eine silberne Urne mit dem Herzen von Aleksander Antoni Sułkowski beigesetzt, dem dritten Herzog von Bielitz, der in Wien gestorben war. Die heutige Kapelle ließ Ludwik Sułkowski bauen und weihte sie im Gedenken an seine verstorbene erste Frau. In ihren Grüften wurden zwischen 1865 und 1940 sieben Familienmitglieder bestattet. Nach dem Krieg diente die Kapelle als Bildhauerwerkstatt eines Kunstlyzeums und als Lager; ihr Inneres wurde erst 2021 restauriert. Die Backstein-Stützmauer an der Zamkowa-Straße kam in den 1970er-Jahren zum Vorschein, als die Schlossbasare aus der Zeit um 1900 abgerissen wurden.
Für die Ausstellungen sollten Sie 1,5–2 Stunden einplanen. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise konnten wir nicht bestätigen, da die offizielle Website des Museums bei unserer Recherche nicht lud – prüfen Sie diese vor dem Besuch auf muzeum.bielsko.pl. Das Schloss liegt wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt und lässt sich gut mit einem Altstadtbummel verbinden. Das Museum betreibt außerdem die Außenstellen Fałatówka (Villa des Malers Julian Fałat), Weberhaus und Alte Fabrik.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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