Paläste
Kielce, Heiligkreuz
Der Palast der Krakauer Bischöfe in Kielce ist das bedeutendste Baudenkmal der Stadt und gilt als die am besten erhaltene frühbarocke Palastresidenz aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Polen. Er steht auf dem Kathedralhügel direkt neben dem Dom und bildet mit ihm seit 2017 ein polnisches Geschichtsdenkmal. Heute ist hier das Nationalmuseum Kielce zu Hause: originale bemalte Decken, Säle mit Bischofsporträts, eine Gemäldegalerie und ein rekonstruierter italienischer Garten erwarten dich.
Kielce gehörte seit dem Mittelalter den Bischöfen von Krakau (Kraków). Bischof Jakub Zadzik, zugleich Großkanzler der Krone, ließ den Palast auf eigene Kosten errichten – in den Jahren 1637–1641 (das Museum nennt 1637–1644). Der Architekt ist nicht sicher bekannt; genannt werden Tomasz Poncino, Giovanni Trevano oder Constantino Tencalla. Die Ausmalung stammt aus der Werkstatt von Tommaso Dolabella, dem Hofmaler der Wasa-Könige.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kamen zwei Seitenflügel hinzu, sodass eine Anlage entre cour et jardin entstand – zwischen Ehrenhof und Garten. Die Bischöfe nutzten den Palast bis 1789, als der Vierjährige Sejm die Kirchengüter verstaatlichte. Danach dienten die Räume Behörden, Militär und Schulen; 1816 gründete Stanisław Staszic hier eine Bergakademie. Nach dem Januaraufstand ließen die russischen Behörden die Turmhelme abnehmen, in den 1920er-Jahren wurden sie nach Plänen von Adolf Szyszko-Bohusz rekonstruiert. 1914 war der Palast ein Hauptquartier der Legionen Józef Piłsudskis. Seit 1971 gehört er dem Museum.
Das Museum zeigt vier Dauerausstellungen:
Hinter dem Palast liegt der Italienische Garten, 2005 eröffnet, mit geometrischen Beeten und Blick über die Stadt. Für die historischen Säle reicht eine Stunde, für alle Ausstellungen samt Garten plane 2–3 Stunden ein. Einen kostenlosen Audioguide gibt es über die App MOVITECH.
Beginne mit den historischen Interieurs, denn sie machen den Rang des Palastes aus, und geh erst danach in die Gemäldegalerie. Wenn die Zeit knapp ist, genügt ein Ticket für die Interieurs plus ein Abstecher in den Italienischen Garten. Wer sich für Geschichte interessiert, nimmt das Kombiticket: Es kostet so viel wie die zwei Hauptausstellungen zusammen, umfasst aber alle vier. Danach lohnt der Weg über den Schlossplatz zur Kathedrale, die zum selben Geschichtsdenkmal gehört.
Stand: Oktober 2026, gültig von September bis April:
Von Mai bis August sind diese vier Tage 10–18 Uhr geöffnet. Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung. An Feiertagen geschlossen, u. a. am 1. und 11. November, 24.–26. Dezember sowie 31. Dezember bis 1. Januar.
Dienstags ist der Eintritt in die Dauerausstellungen frei. Gruppen über 15 Personen müssen eine Führung buchen; eine Führung auf Englisch kostet 70 PLN pro Gruppe zusätzlich zum Eintritt. Deutschsprachige Führungen werden auf der Preisliste nicht angeboten.
Kielce liegt etwa auf halber Strecke zwischen Krakau und Warschau und ist über die Schnellstraße S7 gut erreichbar. Aus Deutschland fährst du über die A4 Richtung Krakau oder über Breslau (Wrocław) und weiter nach Osten; die Anreise ist eher etwas für eine Rundreise durch Polen als für einen Tagesausflug. Vom Bahnhof Kielce erreichst du den Palast (Plac Zamkowy 1) zu Fuß in etwa einer Viertelstunde. In der Innenstadt gibt es gebührenpflichtige Parkplätze.
Ja – echte Adelsinterieurs des 17. Jahrhunderts, die Kriege und Teilungen überstanden haben, sind in Polen selten, und hier erlebst du sie ohne den Andrang des Krakauer Wawels. Da alles drinnen liegt, ist der Palast auch im Winter ein gutes Ziel.
Zeiten gültig bis 30. April 2027
Wrzesień–kwiecień: pon. nieczynne, wt. i pt. 11:00–19:00, śr., czw., sob., niedz. 9:00–17:00; maj–sierpień: śr., czw., sob., niedz. 10:00–18:00; ostatnie wejście godzinę przed zamknięciem; nieczynne w święta.
Wnętrza zabytkowe 20 zł (ulg. 12 zł), Galeria im. Obornego 20/12 zł, Sanktuarium Piłsudskiego i gabinet numizmatyczny po 5/4 zł, bilet łączony 40/24 zł; dzieci do 7 lat bezpłatnie; we wtorki wystawy stałe bezpłatne.
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Geprüft: Oktober 2026