Burgen
Aus den Feldern von Podzamcze Piekoszowskie erhebt sich ein Vierflügelbau mit vier sechseckigen Bastionen — die einstige Residenz der Familie Tarło, erbaut in den Jahren 1649–1655 nach dem Vorbild des Schlosses der Krakauer Bischöfe in Kielce. Die Ruine beeindruckt noch heute, obwohl das Gebäude seit über eineinhalb Jahrhunderten sich selbst überlassen wird.
Errichten ließ den Palast Jan Aleksander Tarło für seine zweite Frau, Prinzessin Anna Czartoryska. Eine Legende berichtet, die junge Gemahlin habe verlangt, mitten im Sommer im Schlitten zu ihrem neuen Heim gefahren zu werden: Man streute Salz auf den Weg, spannte die Pferde an, und die Prinzessin zog ein, wie es die höfische Mode verlangte. Eine andere Geschichte erklärt die Nachahmung des Kielcer Vorbilds mit der Beleidigung eines Bischofs, der nicht zu kommen pflegte, weil er nicht in Dörfer und Hütten reisen wollte.
Die Residenz entstand auf einem kleinen Hügel, umgeben von Teichen und Sümpfen, aus Stein und Backstein, auf zwei Etagen. Vier mächtige sechseckige Bastionen ragen noch heute über dem Bauwerk auf.
Ab 1842 verfielen die Güter von Piekoszów, und um 1860 brannte der Palast nieder. Aleksander Kozłowski versuchte den Wiederaufbau, konnte ihn aber nicht vollenden; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex verstaatlicht. Die Ruine ist frei und unentgeltlich zugänglich, jedoch nicht gesichert — Vorsicht an den Mauern. Nach Kielce sind es rund eine Viertelstunde Fahrt, in einem Umkreis von einem guten Dutzend Kilometern warten die Burg in Chęciny und die Raj-Höhle.
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