Berge & Gipfel
Chęciny, Heiligkreuz
Die Miedzianka (vom polnischen Wort für Kupfer) ist ein felsiger Kalksteinrücken von 354 m Höhe im Heiligkreuzgebirge (Góry Świętokrzyskie) in Mittelpolen. Vom Gipfel hast du einen Rundumblick – von der Königsburg in Chęciny bis nach Kielce –, und an den Hängen sind die Spuren jahrhundertelangen Kupferbergbaus zu sehen. Eine kurze, lohnende Wanderung mit Geologie und Industriegeschichte, mitten in einem UNESCO-Geopark.
Der Berg liegt über dem Dorf Miedzianka in der Gemeinde Chęciny, rund 20 km südwestlich von Kielce. Von Krakau (Kraków) sind es etwa 120 km, von Warschau rund 190 km. Aus Deutschland ist die Region weit – sinnvoll ist ein Abstecher im Rahmen einer Reise nach Krakau oder Kielce. Öffentliche Verbindungen ins Dorf sind spärlich, das Auto ist die praktischste Lösung. Von Chęciny fährst du Richtung Zajączków über Gościniec und Polichno und biegst in Miedzianka an der Kreuzung in der Ortsmitte rechts ab.
Das Naturschutzgebiet Góra Miedzianka besteht seit 1958 und umfasst 25 ha. Drei Kalkgipfel bilden einen kurzen Grat; geologisch handelt es sich um eine überkippte Falte am südwestlichen Ende des paläozoischen Gebirgskerns. In Karstformen und kleinen Höhlen überwintern Fledermäuse.
Kupfererz wurde hier über Jahrhunderte abgebaut. Erhalten sind die Stollen „Zofia“ und „Teresa“, Halden, zahlreiche kleine Schächte und das sogenannte Mondfeld, ein von alten Gruben übersätes Gelände. Anfang des 20. Jahrhunderts betrieben die Brüder Stanisław und Bolesław Łaszczyński das Bergwerk; 1902 ließ sich Stanisław ein Verfahren zur elektrolytischen Kupfergewinnung patentieren. Aus demselben Jahr stammt der Förderturm über dem Schacht „Piotr“ am Ostfuß – der einzige erhaltene im Heiligkreuzgebirge. Stollen und Schächte bitte nicht betreten.
Neben dem Förderturm zeigt die kleine Muzealna Izba Górnictwa Kruszcowego Kupferminerale wie Malachit und Azurit, Fossilien, „Chęciny-Marmor“, Werkzeuge, Bergmannsuniformen und alte Fotos. Laut regionalem Tourismusportal kostet der Eintritt 10 PLN, ermäßigt 8 PLN. Öffnungszeiten ließen sich nicht offiziell bestätigen – ruf vorher an (+48 509 264 662). Die Ausstellung ist auf Polnisch.
Durch das Schutzgebiet führt ein gelb markierter Wanderweg. Der Aufstieg ist kurz, stellenweise aber steil und steinig – feste Schuhe sind Pflicht. Für den Gratweg reichen 1–1,5 Stunden, mit Museum etwa zwei Stunden. Der Zugang zum Schutzgebiet ist kostenlos. Kinder an Felsen und alten Gruben gut im Blick behalten.
Wähle einen klaren Tag – dann reicht der Blick vom Grat bis zur Burg Chęciny und zu den Häusern von Kielce. Der Kamm ist offen und fast schattenlos; im Sommer gehören Wasser und Kopfbedeckung ins Gepäck, nach Regen sind die Kalkfelsen rutschig. Morgens und am späten Nachmittag ist das Licht am schönsten und der Weg am ruhigsten. Als Halbtagesausflug lässt sich die Miedzianka gut mit weiteren Zielen rund um Chęciny verbinden.
Zum Hintergrund: Der Geopark Świętokrzyski gehört zum weltweiten Netzwerk der UNESCO-Geoparks. Die Miedzianka ist einer seiner anschaulichsten Orte, weil Gesteinsaufbau und Bergbaugeschichte hier auf engem Raum sichtbar werden.
Ja – kombiniere die Miedzianka mit der Burg Chęciny, der Tropfsteinhöhle Raj und dem Freilichtmuseum in Tokarnia.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026