Museen
Kluczbork, Oppeln
Unter dem Museumsgebäude in Kluczbork fahren Autos hindurch: 1931–1932 riss man einen Teil des Erdgeschosses des alten Schlosses ab, um darunter eine Straße zu führen. Drinnen wartet etwas noch Ungewöhnlicheres — die Oder-Beute, ein Stück eines ausgehöhlten Bienenbaums, das aus dem Grund der Oder geborgen und auf das 10. Jahrhundert datiert wurde, eines der ältesten Zeugnisse der Imkerei in Polen und Europa. Namensgeber ist Pfarrer Jan Dzierżon (1811–1906), der die Jungfernzeugung der Bienen entdeckte und die moderne Imkerei begründete.
Ende des 13. Jahrhunderts stand hier ein herzoglicher Hof, die erste gemauerte Burg entstand vermutlich Ende des 14. Jahrhunderts. 1590 errichteten die Herzöge von Brieg einen zweigeschossigen Bau mit gotischen Fenstern; hundert Jahre später war das Schloss verfallen und wurde 1720 zum Verwaltungssitz der kaiserlichen Güter von Kluczbork umgebaut. 1854 kam ein zweites Obergeschoss hinzu, in dem zunächst das Finanzamt und später Gerichte saßen. Fundamente und Erdgeschoss setzen die Stadtmauer fort, deren Reste an den Turm grenzen. 1907 wurde der alte Schlossturm zum Wasserturm mit zweistufigem Zeltdach umgebaut.
Das Museum öffnete 1959 als Zweigstelle des Museums des Oppelner Schlesiens und wurde 1962 eigenständiges Regionalmuseum. Die Sammlungen umfassen Archäologie, Geschichte und Volkskunde des Kluczborker Landes, das Aushängeschild ist jedoch die Imkerei mit Objekten aus ganz Polen.
Er wurde am 16. Januar 1811 in Łowkowice bei Kluczbork in einer polnischen Bauernfamilie geboren. Mehr als drei Jahrzehnte (1835–1868) war er Pfarrer in Karłowice bei Brzeg, wo er neben der Seelsorge Bienen beobachtete. Er baute einen zerlegbaren Kastenstock, verwendete Wabenträgerleisten mit Wabenanfang und entdeckte die Parthenogenese der Bienen. 1872 verlieh ihm die Universität München die Ehrendoktorwürde. Er starb 1906 und ruht auf dem Friedhof von Łowkowice.
Das Museum liegt in der ul. Zamkowa 10, direkt an der Nordostecke des Marktplatzes. Laut Website ist es dienstags bis freitags von 10:00 bis 16:00 Uhr und sonntags von 10:00 bis 14:00 Uhr geöffnet; Einlass in die Ausstellungen bis 30 Minuten vor Schluss. Der Normaltarif beträgt 10 PLN, ermäßigt 5 PLN. Planen Sie rund eine Stunde für Innenräume und Freigelände ein; mehr Zeit brauchen Sie, wenn Sie den Pavillon mit den Figurenbeuten genauer ansehen möchten.
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