Festungen
Byczyna, Oppeln
1588 soll Erzherzog Maximilian von Habsburg unter einem der Tore von Byczyna (Pitschen) die Waffen gestreckt haben, nachdem ihn das Heer Jan Zamoyskis im Kampf um den polnischen Thron besiegt hatte. Dieses Tor steht noch heute – ebenso wie fast der gesamte Mauerring um die Altstadt. Byczyna gehört zu den wenigen Städten Polens, deren mittelalterliche Befestigung nahezu vollständig erhalten ist; ein Rundgang ist also eine Reise um ein mittelalterliches Städtchen in weniger als einer Stunde.
Die Datierung der Mauern ist nicht eindeutig. Manchen Darstellungen zufolge entstand der erste steinerne Mauerring mit trockenem Graben schon Mitte des 13. Jahrhunderts und wurde Mitte des 14. Jahrhunderts mit Ziegeln erhöht; die Stadt selbst datiert die heutige Befestigung ins 15.–16. Jahrhundert. Die Mauern verlaufen oval, ihre Länge wird mit 912 m oder 950 m angegeben. Sie bestehen aus Stein und Ziegel auf Fundamenten aus Findlingen, sind im Schnitt 5,5–6 m hoch und 1,3–1,7 m dick. Im Norden schützten zusätzlich Sümpfe die Stadt.
Früher trugen die Tore Zeltdächer mit kleinen Türmchen, wie man sie von alten Stadtsiegeln kennt – heute hat das Deutsche Tor nur eine provisorische Abdeckung. Das Rathaus mitten auf dem Markt brannte 1945 aus; wiederaufgebaut wurde es am 25. Januar 1968 eröffnet, zum 380. Jahrestag des Sieges über Maximilian. Seit 2011 gibt es im Turm einen Aussichtspunkt, von dem aus man den Verlauf der Mauern gut erkennt.
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