Kirchen & Klöster
Olesno, Oppeln
Der Kiefernstamm hinter Glas am Hochaltar trägt eine Tafel mit der Jahreszahl „Juli 1444“: Unter diesem Baum soll der Legende nach ein Mädchen durch die Fürsprache der heiligen Anna vor Räubern gerettet worden sein. Um die Kiefer wuchs eine Holzkirche, die im 17. Jahrhundert einen außergewöhnlichen Mittelteil erhielt — fünf Kapellen in Form einer Rose. Daher ihr Beiname „die in Holz gebannte Rose von Olesno“ (Rosenberg O.S.) und seit 2018 der Rang eines Geschichtsdenkmals.
Die Legende erzählt von einem Mädchen namens Anna, gerettet durch die Fürsprache der Großmutter Christi, deren Bild einst die heilige Herzogin Hedwig an eine hohe Kiefer gehängt haben soll. Schon 1444 errichtete man um den Baum eine kleine Holzkapelle in der Größe des heutigen Chors; der Kiefer wurden Wipfel und Äste abgeschnitten, ihr Stamm trägt bis heute den Hochaltar. Pilger aus Schlesien, Polen, Böhmen und Mähren fanden keinen Platz mehr, deshalb entstand 1518 eine größere Kirche, die der Breslauer Bischof Johannes Thurzo weihte.
Eine weitere Pilgerwelle veranlasste den Zimmermann Marcin Snopek, 1668–1670 den sternförmigen Mittelteil anzubauen; die Pfarrei nennt 1669–1670. 1707 folgte die Sakristei. Größere Renovierungen gab es 1873 und 1904, im Jahr 2000 wurden die fünf Kapellen in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. 1945 bot die Kirche Einwohnern von Olesno Schutz vor Soldaten der Roten Armee.
Der älteste, mittelalterliche Teil gleicht den Wurzeln, von denen ein elf Meter langer Gang — der Stiel — zu fünf Blütenblatt-Kapellen führt. Die Anlage spielt auf das Stadtwappen mit einer halben Rose und auf den deutschen Stadtnamen Rosenberg an, der seit dem frühen 14. Jahrhundert belegt ist. Nach Angaben der Pfarrei gibt es diese Anordnung in derselben Form sonst nirgends in Polen oder Europa. Im Uhrzeigersinn passieren Sie die Kapellen der heiligen Anna, der Kreuzerhöhung, der Vierzehn Nothelfer, Mariä Himmelfahrt und der Muttergottes von Tschenstochau.
Die Kirche steht etwa 2 km vom Zentrum Oleśnos an der Straße nach Wieluń und ist Filialkirche der Fronleichnamspfarrei. Als aktives Heiligtum wird sie vor allem zu Gottesdiensten geöffnet — am lebendigsten ist es zum St.-Anna-Ablassfest, das die Pfarrei als pulsierendes Herz der Gemeinde bezeichnet. Außerhalb der Gottesdienste fragen Sie bei der Pfarrei nach dem Zugang. Neben der Kirche liegt ein Friedhof mit einer neugotischen Friedhofskapelle von etwa 1900. Für einen Rundgang und einen ruhigen Blick in die Kapellen sollten Sie 30–45 Minuten einplanen.
Sezonowo w niedziele 12:30–18:00 według informacji diecezji; poza nabożeństwami zwiedzanie wnętrza po uzgodnieniu z parafią. Sprawdź aktualne godziny.
Brak biletu wstępu; zwiedzanie poza nabożeństwami wymaga uzgodnienia z parafią.
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