Berge & Gipfel
Lubomierz, Kleinpolen
Der Gipfel des Kudłoń selbst ist bewaldet und bietet keine Aussicht – und doch gehört der Berg zu den lohnendsten Zielen in den Gorce. An den Hängen des 1274 m hohen Berges (der Gorce-Nationalpark nennt 1276 m) liegen die bekanntesten Felsformationen des Gebirges, allen voran der Kudłoński Baca (der „Kudłoń-Hirte“), und die Lichtung Kudłoń am Nordhang öffnet ein Panorama auf den Beskid Wyspowy. Der Kudłoń ist der vierthöchste Gipfel der Gorce und der markanteste Berg des Gorce-Nationalparks.
Der Kudłoń liegt nordöstlich des Turbacz, auf dem Kamm, der den höchsten Gipfel der Gorce mit dem Przysłop-Pass und weiter mit dem Beskid Wyspowy verbindet. Mehrere Kämme zweigen von ihm ab: nach Nordwesten ein etwa 4 km langer Rücken mit der Kopa, nach Norden der rund 6,5 km lange Kamm Kiełbaśna. Über den Berg verläuft die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Dunajec und Raba – die Bäche der Südhänge fließen zum Kamienicki Potok, die der Nordhänge zu Mszanka und Konina. Der Name geht vermutlich auf den Familiennamen Kudeł oder Kudła zurück.
Die Lichtungen am Kudłoń wurden mehrere Hundert Jahre lang beweidet, ihren Höhepunkt erreichte die Weidewirtschaft vor dem Zweiten Weltkrieg. Seit dem Ende der Beweidung wachsen sie allmählich mit Heidelbeeren und Wald zu, sodass sich die Aussicht von manchen Lichtungen von Jahr zu Jahr verändert. Als der Gipfel noch kahl war, wuchs hier das einzige Latschenkiefer-Vorkommen der Gorce, vermutlich vom Menschen gepflanzt. Es verschwand, als der Gipfel zuwuchs. Im Massiv gibt es auch kleine Höhlen: die Szczelina w Kudłoniu an der Lichtung Kopa und den Felsunterschlupf Kudłońska Koleba im Tal des Baches Za Palaczem.
Drei Hauptaufstiege führen auf den Gipfel:
Planen Sie nicht nur den Gipfel ein, sondern eine Route über die Lichtungen Kudłoń und Pustak – dort liegen die Aussichtspunkte. Der Gorce-Nationalpark besteht seit dem 1. Januar 1981 und umfasst rund 70 km²; an ausgewählten Stellen wird Eintritt erhoben, und wie in jedem polnischen Nationalpark dürfen Sie nur markierte Wege benutzen. Nächster Ausgangspunkt in Lubomierz ist der Ortsteil Rzeki; für eine Runde mit Felsen und Lichtungen sollten Sie 5–6 Stunden einplanen. Nach Regen sind die Pfade zwischen den Felsen rutschig, und auf dem Gipfel gibt es keine Hütte – nehmen Sie Proviant mit; die nächste Berghütte steht auf dem Turbacz.
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