Kirchen & Klöster
Siemiatycze, Podlachien
Am Gewölbe des Chors ist bis heute das Wappen Lis (Fuchs) der Familie Sapieha zu sehen, die diese Kirche im 17. Jahrhundert erbauen ließ. Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Siemiatycze ist das älteste und wertvollste Baudenkmal der Stadt: eine gemauerte Basilika aus den Jahren 1626–1637, im 18. Jahrhundert von den Lazaristen im Stil des Spätbarock umgebaut. Sie steht in der ul. 3 Maja 2, umgeben von einer Mauer mit Glockenturm und den Gebäuden des ehemaligen Klosters, und birgt Régence-Altäre sowie eine seltene Gruppe von Beichtstühlen aus dem 18. Jahrhundert.
Die Pfarrei wurde 1456 von Michał Kmita Sudymontowicz gestiftet; die erste Kirche war wohl aus Holz. Den Bau der heutigen Kirche begann 1626 Lew Sapieha, Großkanzler und Großhetman von Litauen; nach seinem Tod vollendete sie 1637 sein Sohn Kazimierz Leon. Ein Jahr später wurde sie geweiht. Ursprünglich war es ein Bau der Spätrenaissance.
1719 übernahm die Kongregation der Mission des hl. Vinzenz von Paul die Pfarrei. Die Missionare errichteten ein Kloster nach Plänen von Karol Antoni Bay und Wincenty Rachetti, umgaben das Gelände mit einer Mauer und Glockentürmen und gaben der Fassade 1737 ihre spätbarocke Gestalt. Nach einem Brand 1754 wurden die Gewölbe der Seitenschiffe erneuert. Am 4. Dezember 1793 nahm König Stanisław August Poniatowski hier an einer Messe teil. 1832 lösten die russischen Behörden als Vergeltung für den Novemberaufstand das Missionshaus auf, 1863 wurde auf dem Tor vor der Fassade eine Figur des Erzengels Michael aufgestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde einer der beiden Glockentürme aus dem 18. Jahrhundert abgetragen.
Die Missionare ließen sechs Beichtstühle anfertigen, die zusammen einen Zyklus über Sünde, Reue und Vergebung bildeten. Vier stehen noch in Siemiatycze; die beiden anderen, mit Bildern der Maria Magdalena und des Guten Hirten, kamen nach 1907 in die Kirche im nahen Dołubowo. Ältere Literatur schrieb einige Gemälde Szymon Czechowicz zu, diese Zuschreibung ist jedoch nicht belegt. Zur Zeit der Teilungen Polens diente das ehemalige Kloster unter anderem als Militärhospital.
Sonntagsmessen: 8:00, 10:00, 12:00 und 18:00 Uhr; werktags 6:30, 7:00 und 18:00 Uhr (im Mai, Juni und Oktober 17:30 Uhr) – Stand Oktober 2026 laut Website der Diözese. Am besten besichtigen Sie das Innere kurz vor oder nach einer Messe; der Eintritt ist frei. Das Pfarrbüro ist werktags 17:00–17:45 Uhr geöffnet, Tel. +48 85 655 24 02. Planen Sie 30–40 Minuten ein und beginnen Sie im Chor, wo sich der älteste Stuck mit dem Sapieha-Wappen direkt über Ihnen befindet. Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit dem Heiligen Berg Grabarka – dem wichtigsten orthodoxen Wallfahrtsort Polens –, mit Drohiczyn am Bug oder mit Mielnik und dem Bugtal.
Kościół parafialny otwarty w czasie nabożeństw: msze niedz. 8:00, 10:00, 12:00, 18:00; dni powszednie 6:30, 7:00, 18:00 (V, VI, X – 17:30).
Wstęp wolny
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