Kirchen & Klöster
Siemiatycze, Podlachien
In der Zaszkolna-Straße in Siemiatycze steht ein wuchtiger weißer Bau mit hohem Walmdach — die ehemalige Synagoge, die Fürstin Anna Jabłonowska den Juden der Stadt als Ausgleich für den beim Stadtumbau verlorenen Friedhof stiftete. Die klassizistische Synagoge entstand Ende des 18. Jahrhunderts nach einem Entwurf von Szymon Bogumił Zug, einem der wichtigsten Architekten Polens dieser Zeit. Heute beherbergt sie die Galerie des Kulturzentrums Siemiatycze (SOK), sodass Sie sie zu den üblichen Öffnungszeiten von innen sehen können.
Unter Anna Jabłonowska wurde Siemiatycze in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts grundlegend umgestaltet; Zug entwarf hier auch ihr Schloss und das Rathaus. Der Entwurf der Synagoge stammt von 1777, der Bau wird meist auf 1797–1801 datiert, so der polnische Kunstdenkmälerkatalog. Forscher weisen darauf hin, dass sich die jüdische Gemeinde lange gegen den Vorschlag der Grundherrin sträubte, bevor sie die neue Synagoge annahm. Im Inneren gab es einst einen dreigeschossigen Toraschrein an der Ostwand und reiche Wandmalereien mit Tier- und Pflanzenmotiven.
1824 brannte das Gebäude aus, 1944 wurde seine Ausstattung zerstört. Nach dem Krieg diente es als Lager und für Läden, später wurde es zum Kulturhaus umgebaut: An die Ostwand kam eine Bühne, die Decken wurden in Stahlbeton erneuert, und vom ursprünglichen Innenraum blieb kaum mehr als die Grundaufteilung. Ende 2019 begann eine weitere Renovierung von Wänden, Pfeilern und Türen.
Der Architekt Mateusz Michalski, der das Gebäude vermessen hat, wies nach, dass die Synagoge vollständig im neuen Warschauer Maß geplant wurde, einem Ende des 18. Jahrhunderts eingeführten Maßsystem. Seine Studie verknüpft die Abmessungen mit Versen des Tikkun Chatzot, eines Mitternachtsgebets — eine seltene Untersuchung zur Zahlensymbolik in der polnischen Synagogenarchitektur.
Die Galerie SOK (Zaszkolna 1, Tel. +48 85 655 23 08) ist vom 1. Oktober bis 30. Juni montags 12:00–18:00, dienstags bis freitags 10:00–18:00 und samstags 8:00–16:00 geöffnet, vom 1. Juli bis 30. September dienstags bis samstags 10:00–18:00 und sonntags 14:00–18:00. Bei Veranstaltungen können sich die Zeiten ändern, prüfen Sie daher vorab die Website des Kulturzentrums. Für Gebäude und aktuelle Ausstellung genügen 30–45 Minuten; von Mai bis November lässt sich der Besuch mit dem Museum für Sepulkralkunst am Pfarrfriedhof in der Ciechanowiecka-Straße verbinden, das ebenfalls vom SOK betrieben wird.
Galeria SOK, ul. Zaszkolna 1: 1 października–30 czerwca — pon. 12:00–18:00, wt.–pt. 10:00–18:00, sob. 8:00–16:00; 1 lipca–30 września — wt.–sob. 10:00–18:00, niedz. 14:00–18:00. Godziny mogą zmieniać się przy wydarzeniach; sprawdź SOK przed wizytą.
Brak potwierdzonego stałego cennika na stronie SOK; przed wizytą sprawdź warunki wejścia do aktualnej wystawy.
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