Kirchen & Klöster
Die St.-Josef-Kirche und das Heiligtum in Ruda Śląska gehören zu den markantesten Sakralbauten des industriellen Oberschlesiens. Die neuromanische Backsteinbasilika wurde von der Familie Ballestrem gestiftet und verbindet ein italienisches Vorbild mit einem reichen Symbolprogramm.
Graf Franciszek Ksawery von Ballestrem kündigte 1900 den Bau einer neuen Kirche an. Der Grundstein wurde am 4. Dezember 1901 geweiht; gebaut wurde von 1902 bis 1904. Den Entwurf fertigten der Berliner Architekt August Menken und Jan de Pölnitz nach dem Vorbild von San Lorenzo di Campo Verano in Rom und rheinischen romanischen Kirchen. Die Kirche wurde 1904 gesegnet und am 21. Juni 1905 feierlich konsekriert.
Der Bau hat einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, einen mächtigen Turm und einen von Backsteinsäulen gegliederten Innenraum. Ihre Würfelkapitelle tragen Reliefs zu Temperamenten, Elementen und Kardinaltugenden. Über dem Schiff hängt ein ungewöhnlicher Kronleuchter als Symbol Jerusalems mit 12 Toren, 12 Türmchen und 144 Lampen. Unter dem Presbyterium liegt die Familiengruft der Ballestrem; am Zugang steht Józef Limburgs Skulptur Der weinende Engel.
2010 wurde die Kirche zum erzbischöflichen Heiligtum des heiligen Josef erhoben. Sie steht in der Piastowska-Straße 16 und ist aktiv. Vor dem Besuch Gottesdienstzeiten und Zugang zur Gruft prüfen. Für die Kirche etwa 45 Minuten einplanen; den Rundgang durch Ruda mit dem industriellen Erbe verbinden.
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