Kirchen & Klöster
Rzeszów, Karpatenvorland
Die Pfarrkirche (Fara) in Rzeszów, den Heiligen Adalbert und Stanislaus geweiht, ist die älteste Pfarrei der Stadt und eine ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Sie steht am Farny-Platz (plac Farny), nur wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Ein gotischer Chor aus dem 15. Jahrhundert, barocke Seitenschiffe und ein freistehender Glockenturm machen sie zu einem lohnenden Halt bei jedem Rundgang durch die Altstadt der Hauptstadt des Karpatenvorlandes.
Rzeszów liegt im Südosten Polens, rund 170 km östlich von Krakau (Kraków) an der Autobahn A4, die auch die schnellste Verbindung aus Deutschland ist – über Görlitz, Breslau (Wrocław) und Kattowitz (Katowice). Der Flughafen Rzeszów-Jasionka liegt nördlich der Stadt. Die Kirche befindet sich am pl. Farny 5, wo die Straßen 3 Maja und Kościuszki zusammentreffen. Das Zentrum ist weitgehend Fußgängerzone; parke am besten auf einem der gebührenpflichtigen Parkplätze in der Innenstadt.
Schon 1354–1363 stand hier eine hölzerne Kirche, kurz nachdem König Kasimir der Große Rzeszów dem Ritter Jan Pakosławic verliehen hatte. Nach Kriegszerstörungen wurde massiv gebaut: Der gotische Chor von 1427 ist der älteste Teil des heutigen Baus. Die Stadt brannte bei Überfällen mehrfach, und nach dem Brand von 1621 ließ der damalige Stadtherr Mikołaj Spytek Ligęza die Kirche wiederaufbauen und vergrößern. 1754 kamen die Seitenschiffe hinzu, das Innere wurde barockisiert. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Der freistehende barocke Glockenturm ist 30,5 m hoch und hat einen quadratischen Grundriss. Bei seiner Datierung sind sich die Quellen nicht einig – genannt werden das 17. Jahrhundert und der Umbau Mitte des 18. Jahrhunderts. Am schönsten wirkt er von der Straße 3 Maja aus.
Die Fara ist eine aktive Pfarrkirche, kein Museum: Der Eintritt ist frei, feste Besichtigungszeiten gibt es aber nicht. Am besten schaust du dir das Innere kurz vor oder nach einem Gottesdienst an. Laut Diözese (Stand: Oktober 2026, Winterordnung) finden werktags Messen um 6:30, 7:00, 7:30, 8:30 und 18:00 Uhr statt, sonntags zwischen 6:30 und 19:30 Uhr. Informationen vor Ort gibt es nur auf Polnisch. Plane 20–30 Minuten ein und verhalte dich während der Gebete ruhig.
Wenn du ohnehin in Rzeszów unterwegs bist: ja. Die Kirche ist kein eigenständiges Reiseziel wie das rund 20 km entfernte Schloss Łańcut, aber sie erzählt viel über die mittelalterlichen Stadtherren. Achte besonders auf den Kontrast zwischen dem schlichten gotischen Backsteinchor außen und der goldglänzenden Barockausstattung innen – er zeigt in wenigen Schritten, wie oft die Stadt zerstört und wieder aufgebaut wurde. In der Nähe liegen der Marktplatz mit dem Rathaus, die Unterirdische Touristenroute durch alte Kaufmannskeller, die Bernhardinerkirche und das Museum der Gute-Nacht-Geschichten (Muzeum Dobranocek) – ideal mit Kindern. Bezahlt wird in Złoty (PLN).
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Geprüft: Oktober 2026