Burgen
Rzeszów, Karpatenvorland
Das Lubomirski-Schloss in Rzeszów, der Hauptstadt der Woiwodschaft Karpatenvorland, ist ein mächtiger Bau mit barocken Bastionen und Wassergraben, nur wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Ein klassisches Schlossmuseum ist es nicht: Das heutige Gebäude entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Gericht und Gefängnis und beherbergt heute das Bezirksgericht. Erhalten sind jedoch die Festungswerke und der untere Teil des alten Torturms – und an einigen Terminen im Jahr kannst du mit Führung hinein.
Schon im 15. Jahrhundert stand hier ein Gutshof. Vor 1610 baute Mikołaj Spytek Ligęza ihn zu einer befestigten Residenz aus, 1620 zu einem palazzo in fortezza – einem Palast innerhalb einer Festung. Danach gehörte die Anlage bis 1820 der Magnatenfamilie Lubomirski. Ab etwa 1682 wurde sie nach Plänen des aus den Niederlanden stammenden Architekten Tylman van Gameren zu einem Vierflügelbau umgestaltet; 1719–1746 erweiterte der Militäringenieur Karol Henryk Wiedemann die Bastionen.
1820 verkauften die Lubomirskis die Anlage an die österreichischen Behörden – Rzeszów gehörte damals zu Galizien –, die hier Gericht und Gefängnis einrichteten. Wegen des schlechten Bauzustands wurde der alte Palast abgerissen und 1902–1906 durch den heutigen Bau ersetzt. Vom Torturm blieb der Sockel erhalten; er wurde auf fünf Geschosse aufgestockt und mit einer barocken Haube gekrönt.
Jahrzehntelang war das Schloss ein Gefängnis. Unter der deutschen Besatzung vollstreckte hier ein Sondergericht seine Urteile, nach dem Krieg hielten die kommunistischen Behörden hier viele Angehörige des antikommunistischen Untergrunds gefangen, einige wurden hingerichtet. Nach Schätzungen des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) durchliefen 1944–1956 rund 30.000 Menschen das Gefängnis. Es bestand bis 1981; seitdem nutzt das Bezirksgericht das Gebäude.
Im Alltag ist das Schloss ein Gericht; von außen kannst du es jederzeit kostenlos ansehen. An ausgewählten Montagen bietet das städtische Kulturzentrum Rzeszowskie Piwnice Führungen mit PTTK-Guides an. Stand: Oktober 2026:
Das Schloss liegt am pl. Śreniawitów 3, etwa 500 m südlich des Marktplatzes. Rzeszów erreichst du aus Deutschland über die A4 (Görlitz – Breslau/Wrocław – Krakau/Kraków – Rzeszów) oder per Flug nach Rzeszów-Jasionka (RZE), rund 10 km vom Zentrum. Die Innenstadt ist gebührenpflichtige Parkzone.
Ja, als Teil eines Stadtrundgangs – die Bastionen gehören zu den am besten erhaltenen Barockbefestigungen der Region. Gleich nebenan steht der Sommerpalast der Lubomirskis, auf dem Weg zum Markt liegt die Pfarrkirche. Kombiniere den Rundgang mit der unterirdischen Route Rzeszowskie Piwnice unter dem Marktplatz und einem Ausflug zum Schloss Łańcut, etwa 20 km östlich.
Z zewnątrz (bastiony, fosa) dostępny bez ograniczeń; wnętrza tylko w terminach zwiedzania z przewodnikiem – pozostałe w 2026: 9.11 i 7.12, wejścia 15:00, 16:30, 17:45.
Oglądanie z zewnątrz bezpłatne; zwiedzanie wnętrz z przewodnikiem 40 zł (sprzedaż ok. 2 tygodnie przed terminem).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026