Historische Orte
Unter dem Marktplatz von Rzeszów, in einer Tiefe von einem halben bis zu zehn Metern, erstreckt sich ein Labyrinth aus 15 Gängen und 25 Kellern, das zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert in den Löss getrieben wurde. Die 369 Meter lange Route „Rzeszowskie Piwnice“ (Rzeszower Keller) führt über drei unterirdische Ebenen, die jahrhundertelang Kaufleuten als Lager dienten — und im Zweiten Weltkrieg Juden auf der Flucht aus dem Ghetto Unterschlupf boten.
Rzeszów erhielt 1354 von Kasimir dem Großen das Stadtrecht, und mit der Stadt entstanden Bürgerhäuser mit tiefen Kellern. Diese wurden mit Eichenholz, Stein oder Ziegeln verstärkt und als „Erdläden“, Handelslager und Werkstätten genutzt. Im Laufe der Zeit wurden einige durch Gänge miteinander verbunden — darunter der künstliche Lubomirski-Gang.
In den 1960er-Jahren weichte Regenwasser den Löss auf und die Altstadt begann zu sinken, sodass die Fundamente der Bürgerhäuser gesichert werden mussten. Für Touristen geöffnet wurde das Labyrinth 2000 (zunächst 213 m), 2007 wurde die Route um 156 Meter verlängert. Nach einer Sanierung, die 2017 begann, öffnete der Ort im Januar 2022 erneut — mit multimedialer Ausstellung und Anpassungen für Besucher mit Behinderungen.
Der Eingang befindet sich am Rynek 26; Besichtigung ausschließlich mit Führung, dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 25 PLN (ermäßigt 20 PLN). Die engste Stelle der Route ist das Tatarische Verlies mit nur 70 cm breitem Durchgang. Die Keller gehören zur Estrada Rzeszowska und sind Schauplatz von Konzerten, Workshops und Theateraufführungen.
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