Kirchen & Klöster
Wąchock, Heiligkreuz
Graue und rostrote Sandsteinblöcke in waagerechten Bändern — daran erkennen Sie die Zisterzienserabtei Wąchock auf den ersten Blick. Das zweifarbige Mauerwerk stammt von italienischen Steinmetzen, die hier um 1200 arbeiteten. Die Anlage gilt als eines der wertvollsten romanischen Baudenkmäler Polens und ist seit 2017 Geschichtsdenkmal; sie beherbergt zudem ein Museum zum Unabhängigkeitskampf und das Grab des legendären Partisanen „Ponury“.
Gestiftet wurde die Abtei 1179 vom Krakauer Bischof Gedeon (Gedko), die Mönche kamen aus dem burgundischen Morimond. 1218 stellte Papst Honorius III. das Kloster unter seinen Schutz, und die Zisterzienser kamen durch Landwirtschaft und Eisenhämmer rasch zu Wohlstand. Im 13. Jahrhundert plünderten die Mongolen die Abtei mehrmals, unter anderem 1260 und 1289; die wiederaufgebaute Kirche wurde um 1270 geweiht. Weitere Zerstörungen brachte das Jahr 1656, als schwedische Truppen und das siebenbürgische Heer Georg Rákóczis durch die Gegend zogen. 1819 hoben die Behörden Kongresspolens die Abtei auf, erst 1951 kehrten die Zisterzienser nach Wąchock zurück.
Die Kirche St. Florian ist eine dreischiffige Basilika mit Querhaus und gerade geschlossenem Chor nach dem Vorbild burgundischer Ordenskirchen. Sie gehört zu den ersten Bauten Polens mit Kreuzrippengewölben. Zur barocken Ausstattung zählen Fresken von Radwański um 1750 und Skulpturen des Krakauer Meisters Wojciech Rojowski; am Nordschiff wurde die Kapelle des seligen Wincenty Kadłubek angebaut, des Chronisten, der hier seine letzten Lebensjahre verbrachte. Die eigentlichen Schätze sind jedoch die Klosterräume:
Zum Rundgang gehört ein Museum auf Grundlage der Sammlung von Pfarrer Walenty Ślusarczyk, die er der Abtei 1979 zum 800-jährigen Jubiläum übergab. Die Exponate dokumentieren polnische Aufstände von der Zeit vor den Teilungen bis zur Solidarność, unter den Handschriften finden sich Autografen von König Johann III. Sobieski, Adam Mickiewicz und Eliza Orzeszkowa. Im Hof steht das Pantheon des Polnischen Untergrundstaates. Der Rundgang endet am Grab von Major Jan Piwnik „Ponury“ — Fallschirmagent der Cichociemni und Partisanenführer im Heiligkreuzgebirge, gefallen 1944 in der Region Nowogródek. Seine sterblichen Überreste wurden 1987 nach Wąchock überführt und im Juni 1988 feierlich in der Klostermauer beigesetzt.
Die Abtei ist ein aktives Kloster, besichtigt wird mit Führung; melden Sie sich an der Pforte. Laut Website der Abtei beginnen die Führungen zur vollen Stunde: werktags 9:00–12:00 und 14:00–17:00, sonn- und feiertags 14:00–17:00, im Sommer länger. Für den gesamten Rundgang sollten Sie etwa eine Stunde einplanen, Gruppen sollten vorher reservieren. Im Sommer finden in der Kirche Konzerte des seit 2011 veranstalteten Festivals „Bach bei den Zisterziensern“ statt. Wąchock liegt direkt bei Starachowice, sodass sich der Besuch gut mit dem Museum für Natur und Technik in Starachowice oder einer Wanderung in den umliegenden Wäldern des Heiligkreuzgebirges verbinden lässt.
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