Kirchen & Klöster
Nowa Słupia, Heiligkreuz
Seit Jahrhunderten führt der Pilgerweg zum Heiligkreuzberg (Święty Krzyż) durch Nowa Słupia – und hier, an der steinernen Kirche St. Laurentius, machten die Pilger Halt, bevor sie auf die Łysa Góra (Kahler Berg) stiegen. Am Eingang zum Kirchplatz steht ein schmiedeeisernes Spätrenaissance-Tor aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das nach der Aufhebung der Abtei auf dem Heiligkreuzberg 1819 hierhergebracht wurde. Die Kirche ist Ausgangspunkt des Kreuzwegs, der über die Königsstraße zum Gipfel führt.
Die ersten Aufzeichnungen über die Pfarrei Nowa Słupia stammen von 1326. Zunächst stand hier eine von den Benediktinern vom Heiligkreuzberg gestiftete Holzkirche als Filiale der Pfarrei Stara Słupia. Tatareneinfälle 1500 und 1502 verwüsteten sie, und 1597 wurde sie als Kirche mit gutem Dach, aber morschen Wänden beschrieben. Im 17. Jahrhundert litt die Stadt unter Kriegen, und 1666 zerstörte ein Großbrand den größten Teil von Nowa Słupia.
Um 1656 begann der Benediktiner und Pfarrer Maciej Sekulski aus eigener Initiative und mit eigenen Mitteln den Bau einer einschiffigen Kirche aus Stein. Am 23. Mai 1678 erhob der Krakauer Bischof Andrzej Trzebicki sie per Errichtungsurkunde zur Pfarrkirche; das genaue Weihedatum ist nicht bekannt. 1960 wurden auf Betreiben von Pfarrer S. Gruszka zwei Seitenschiffe angebaut. Heute wird die Kirche von den Michaelitern betreut.
Auf dem Platz wächst eine ausladende Linde, die nach örtlicher Überlieferung 1690 zur Erinnerung an das Marktprivileg von König Johann III. Sobieski gepflanzt wurde. An der Mauer steht eine rätselhafte steinerne Frauenfigur, „Emeryks Frau“ genannt – Forscher können bis heute nicht sicher sagen, aus welchem Jahrhundert sie stammt. Außerdem gibt es eine Florian-Figur von 1929, Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert und Denkmäler für die Gefallenen des Januaraufstands von 1863 und des Zweiten Weltkriegs. Im nahen Pfarrhaus übernachteten unter anderem Stanisław Staszic, Julian Ursyn Niemcewicz und Fürst Adam Czartoryski.
Die Kirche liegt an der Straße zum Heiligkreuzberg – schauen Sie also vor oder nach dem Aufstieg auf die Łysa Góra vorbei. Das Innere ist vor allem zu den Gottesdiensten geöffnet; Tor, Portal, Linde und die Figur von „Emeryks Frau“ sehen Sie vom Kirchplatz aus. Planen Sie 20–30 Minuten ein. An der Kirche beginnt der 2004 errichtete Kreuzweg mit 14 Holzstationen, der über die Königsstraße zum Kloster auf dem Gipfel führt. Im August findet in Nowa Słupia das Festival Dymarki Świętokrzyskie zur antiken Eisenverhüttung statt, und das Museum der antiken Eisenverhüttung im Heiligkreuzgebirge lohnt ganzjährig einen Besuch.
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