Kirchen & Klöster
Milówka, Schlesien
Als die österreichischen Behörden 1916 die Kirchenglocken für den Krieg beschlagnahmten, holten die Einwohner von Milówka die große Glocke der Antoniuskapelle heimlich aus dem Gemeindeamt zurück und vergruben sie. Nach dem Krieg kehrte sie an ihren Platz zurück – und befindet sich bis heute in der Kapelle. Die gemauerte Kapelle im Ortszentrum, ab 1876 mit dem Geld der Gemeindemitglieder gebaut, hat mehr solcher Geschichten als manche große Kirche.
Der örtlichen Legende nach zogen einst drei Mönche über den Platz, auf dem heute die Kapelle steht, und einer von ihnen schnitzte ein kleines Kreuz mit der Inschrift „Antonius, Stanislaus, Kasimir“ in einen Baum. Einige Monate später soll König Johann III. Sobieski denselben Weg genommen, aus dem Baum ein Kreuz haben fertigen lassen und den Bau einer hölzernen Antoniuskapelle versprochen haben. Die heutige Kapelle steht an der Stelle einer Holzkapelle aus dem 17. Jahrhundert.
Der Grundstein der gemauerten Kapelle wurde am 1. September 1876 geweiht. Nach einigen Jahren stockten die Arbeiten aus Geldmangel; die jüdischen Einwohner wollten den Rohbau als Synagoge kaufen, doch die Gemeindemitglieder lehnten ab, und 1881 ging der Bau weiter. Es entstanden Gewölbe, ein Zementboden, Fenster mit farbigem Glas und ein blechverkleidetes Türmchen – vor allem dank des Bauern Michał Kąkol. Mit Dekret vom 12. Dezember 1887 erlaubte Bischof Albin Dunajewski Messen am Antoniustag (13. Juni) sowie an Sonn- und Feiertagen.
Die Kapelle steht an der Hauptstraße durch Milówka (ul. Jana Kazimierza) und ist ein aktiver Gottesdienstort; der Zugang zum Innenraum hängt daher von der Gottesdienstordnung der Pfarrei Mariä Himmelfahrt ab. Für Außenansicht und einen kurzen Blick hinein reichen 15–20 Minuten. Am einfachsten kommt man während einer Messe hinein, besonders am Antoniustag, dem 13. Juni. Verbinden Sie den Besuch mit der Pfarrkirche und einem Spaziergang an der Soła.
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