Burgen
Grudziądz, Kujawien-Pommern
Auf einem Hügel rund 60 m über der Weichsel stand einst eine der mächtigsten Ordensburgen im Kulmer Land. Die Preußen trugen sie wegen der Ziegel ab, deutsche Soldaten sprengten 1945 den letzten erhaltenen Turm – und die Einwohner von Grudziądz (Graudenz) bauten ihn wieder auf. Heute ist der rekonstruierte Klimek der beste Aussichtspunkt der Stadt, umgeben von den freigelegten Fundamenten der Burg. Der Eintritt ist frei.
Um 1235 errichtete der Deutsche Orden hier die ersten hölzernen Befestigungen, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann der Bau einer Backsteinburg; ihre erste Bauphase endete um 1299 mit der Weihe der Kapelle. Um 1300 entstand in der Nordwestecke ein runder Bergfried – der Klimek. Er war 30 m hoch, diente als Wachturm und Gefängnis und wurde auf halber Höhe von der Mauer aus über eine Zugbrücke betreten. Ab 1466 war die Burg Sitz königlicher Starosten und beherbergte polnische Könige wie Kasimir IV. Jagiełło, Sigismund II. August, Stephan Báthory und Johann III. Sobieski. 1796–1804 ließ der preußische König Friedrich Wilhelm II. die Festung fast vollständig abtragen, die Ziegel wurden für den Bau der Zitadelle und eines Gefängnisses verwendet.
Der Klimek überstand den Abriss – der Überlieferung nach auf persönlichen Wunsch von Königin Luise von Preußen, die 1806 auf der Flucht vor Napoleon in Graudenz Station machte. Ein Jahr später wurde der obere Teil des Turms bei der französischen Belagerung der Festung beschädigt. 1839 pachtete die Stadt den Berg und legte einen Park an, der Turm wurde zum Aussichtspunkt und Wahrzeichen von Grudziądz. Um 1900 wurde der 50 m tiefe Burgbrunnen freigelegt, an der Podgórna-Straße entstanden Terrassen. Am 5. März 1945 sprengten deutsche Soldaten den Klimek. Auf Initiative eines Bürgerkomitees wurde 2006–2007 der Turmsockel freigelegt, die Rekonstruktion war 2014 abgeschlossen.
In der Burgkapelle befand sich einst das berühmte Graudenzer Polyptychon vom Ende des 14. Jahrhunderts – ein gemalter Flügelaltar. 1338 rutschte ein Teil der Gebäude auf der Flussseite in die Weichsel ab, was zeigt, wie steil der Hang ist. 1936–1939 erklang vom Turm ein Graudenzer Turmsignal, komponiert von Hauptmann Stanisław Szpulecki. Auch der schwedische König Karl X. Gustav und Zar Peter der Große hielten sich auf der Burg auf.
Schlossberg und Turm betreut das Museum in Grudziądz, der Zugang ist kostenlos und ohne Anmeldung. Laut Website des Museums ist der Berg von November bis Februar 9:00–16:00 Uhr, im März und Oktober 9:00–18:00 Uhr und von April bis September 9:00–20:00 Uhr geöffnet. Für Ruine und Turm sollten Sie 45–60 Minuten einplanen. Am schönsten ist das Licht über der Weichsel am späten Nachmittag, wenn die Sonne über dem Tal untergeht. Der Berg liegt direkt nördlich der Altstadt an der Spichrzowa-, Ratuszowa- und Zamkowa-Straße und lässt sich gut mit einem Spaziergang zu den Speichern und zum Museum in der Wodna-Straße verbinden.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
Wstęp bezpłatny: listopad-luty 9-16, marzec i październik 9-18, kwiecień-wrzesień 9-20, codziennie.
Wstęp wolny
Góra Zamkowa, Grudziądz (kontakt: Muzeum w Grudziądzu, ul. Wodna 3/5, 86-300 Grudziądz)
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