Burgen
Świecie, Kujawien-Pommern
Am Zusammenfluss von Weichsel und Schwarzwasser (Wda) steht eine Ordensburg mit einem Turm, der sich seit Jahrhunderten langsam neigt. Er ist rund 35 Meter hoch, 106 Zentimeter aus dem Lot und gilt als höchster für Besucher zugänglicher schiefer Turm Polens. Nach einer 2024 abgeschlossenen Sanierung ist die Burg wieder geöffnet.
Die Burg entstand nach 1335 an neuer Stelle, zusammen mit der hierher verlegten Stadt. Sie besaß ein Konventshaus mit zwei Hauptflügeln, Kreuzgänge und – ungewöhnlich für Ordensburgen – vier runde Ecktürme, vielleicht nach dem Vorbild französischer Kastelle. Der höchste diente als letzter Rückzugsort und war nur über einen Steg in über zehn Metern Höhe erreichbar. Schon 1377 verfügte die Besatzung über Feuerwaffen.
Im Großen Krieg 1409–1411 war Heinrich von Plauen, der spätere Hochmeister, Komtur von Schwetz. Die Burg wurde 1410 belagert und ergab sich – wie die Marienburg – nicht. Sie fiel erst im Dreizehnjährigen Krieg. 1461–1502 gehörte sie dem Rat der Stadt Thorn (Toruń), danach residierten hier bis 1772 polnische Starosten. In den Schwedenkriegen zerstört, wurde sie später von den Preußen teilweise abgetragen, bis König Friedrich Wilhelm IV. 1859 den Abbruch stoppte.
Für Burg und Turmbesteigung reichen 1–1,5 Stunden. Vom Turm sehen Sie genau, wo die Wda in die Weichsel mündet – ein guter Standort für Fotos des ganzen Tals. Vor der Anreise können Sie den 2026 veröffentlichten virtuellen Rundgang durch die Burg ansehen. Prüfen Sie aktuelle Öffnungszeiten und Preise vor dem Besuch, denn das Angebot ändert sich seit der Sanierung.
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