Denkmäler & Hügel
Cedynia, Westpommern
Auf einem Hügel über dem Odertal, gleich bei Osinów Dolny (Niederwutzen), breitet ein 15 Meter hoher Adler die Flügel zum Abflug aus. Er erinnert an die Schlacht bei Cedynia (Zehden) am 24. Juni 972, einen der frühesten in Chroniken überlieferten Siege Mieszkos I., des ersten historisch belegten Herrschers Polens. 270 Steinstufen führen auf den Czcibor-Berg, benannt nach Mieszkos Bruder, dessen Überraschungsangriff die Schlacht entschied.
Von der Schlacht wissen wir aus der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg. Markgraf Hodo griff Mieszko an, und die Sachsen siegten zunächst. Doch an einem Ort namens Cidini brachte ihnen Mieszkos Bruder Czcibor eine Niederlage bei und tötete ihre besten Ritter. Jahrhundertelang stritt man darüber, wo Cidini lag. Im 18. Jahrhundert verortete es der polnische Historiker Adam Naruszewicz in Stettin, manche deutsche Historiker suchten es sogar bei Zehdenick. Heute halten Historiker es für sehr wahrscheinlich, dass die Schlacht tatsächlich bei Cedynia stattfand und in zwei Phasen verlief.
Nach der Rekonstruktion, die die Gemeinde Cedynia vorstellt, verteidigten Mieszkos Krieger am Morgen des 24. Juni eine Furt an einem Altarm der Oder bei Osinów Dolny (Niederwutzen). Dann zogen sie sich zur Burg zurück und lockten die Sachsen auf einen schmalen Weg zwischen Sümpfen und bewaldeten Hügeln. Dort schlugen Czcibors Truppen aus dem Hinterhalt zu. Die Sachsen saßen in der Falle: vorn Mieszkos Reiterei, an der Flanke und im Rücken Czcibors Krieger, auf der anderen Seite das Überschwemmungsland. An dem Kampf könnten mehrere Tausend Soldaten beteiligt gewesen sein.
1959 wurde auf dem Hügel ein Gedenkstein enthüllt. Zum tausendsten Jahrestag der Schlacht, am 25. Juni 1972, folgte der monumentale Adler nach Entwurf der Stettiner Bildhauer Czesław Wronka und Stanisław Biżek. Bei Aufräumarbeiten vor den Feierlichkeiten legten Planierraupen in der Nähe fünf Feuerstellen frei. Holzkohle aus einer davon wurde 1983 mit der C14-Methode auf 920 ± 70 n. Chr. datiert. Die Feuerstellen könnten also aus dem 10. Jahrhundert stammen und mit den Ereignissen von 972 zusammenhängen.
Eintritt frei
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