Festungen
Die Festung Kostrzyn liegt in Kostrzyn nad Odrą, fast an der polnisch-deutschen Grenze. Die Befestigung des Ortes begann um die Mitte des 16. Jahrhunderts nach dem Vorbild italienischer Festungen; mit der Zeit wurde die Festung zu einem Meisterwerk der Festungsbaukunst. Erhalten sind bis heute die Stadtmauern, das Berliner Tor, das Chyżanie-Tor, zwei Ravelins, drei Bastionen, die inneren Gräben und die Außenforts.
Die Festung nimmt das Gelände der Altstadt ein, die im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde. Die Stadt verstummte für fast ein halbes Jahrhundert, und die Ruinen — mit erhaltenem Straßengrundriss, Fundamenten und Kellern der Bürgerhäuser — erhielten den Namen „Kostrzyńskie Pompeje" (Pompeji von Kostrzyn) und wurden zu einer einzigartigen Attraktion. Die Rekonstruktion gewinnt allmählich Gestalt: Aus Erdhalden sind die Ruinen alter Häuser und Gassen hervorgetreten, und ein Teil der Festung wurde restauriert.
Seit 2014 wird im Bastion Filip eine ständige Ausstellung über die Geschichte der Stadt und der Garnison gezeigt. Die Präsentation ist interaktiv: Neben Originalfunden gibt es audiovisuelle Anlagen, Modelle und Waffenrepliken. Auch das Berliner Tor ist für Besucher zugänglich — hier befinden sich die Touristeninformation sowie Fundstücke aus der Altstadt, darunter die Rekonstruktion des Sarkophagdeckels der Katharina von Braunschweig von 1882 und ein Exhumierungssarkophag von 1713. Nach dem Besuch lohnt sich ein Abstecher in den nahen Nationalpark Warta-Mündung — ein Königreich der Vögel am benachbarten Oderabschnitt.
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