Kirchen & Klöster
Międzyrzecz, Lebus
Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in der ul. Spokojna 6 ist der einzige erhaltene gotische Sakralbau von Międzyrzecz (Meseritz) und eine Hallenkirche, die den Pfarrkirchen in Wągrowiec und Wronki als Vorbild diente. Die größte Überraschung lag unter der Tünche: 2009 wurden hier rund 300 m² Renaissance-Wandmalereien aus dem Jahr 1545 freigelegt, die zuvor unter späteren Tüncheschichten verborgen waren.
Die erste Erwähnung eines Pfarrers, Jan von Międzyrzecz, stammt aus der Gründungsurkunde des Klosters Paradies von 1232. Die heutige Kirche entstand, nachdem die Truppen von Matthias Corvinus die Stadt zerstört hatten – die Diözese nennt die Jahre 1474–1479, die Hauptarbeiten dauerten aber wohl noch um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert an. 1520 beschädigten Söldner aus Brandenburg die Kirche, dabei stürzte ein Teil des Gewölbes ein.
Von 1554 bis 1604 war die Kirche in lutherischer Hand. Der Meseritzer Starost Jan Zamoyski gewann sie für die Katholiken zurück, 1660 wurde sie neu geweiht. Sie überstand mehrere Brände, den letzten 1824. 1835 erhielt sie einen Holzturm, nach 1856 wurde der Großteil der Mauern mit Maschinenziegeln neu verblendet und mit neuem Maßwerk versehen.
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