Märkte & Altstädte
Międzyrzecz, Lebus
Jeden Tag um zwölf Uhr erklingt vom Rathausturm in Międzyrzecz (Meseritz) das Turmsignal der Stadt. Das rosa-weiße Gebäude mit neugotischem Helm steht mitten auf einem unregelmäßigen Markt, umgeben von Bürgerhäusern und der St.-Adalbert-Kirche. Ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch eine Stadt mit einer Burg König Kasimirs des Großen und gotischer Pfarrkirche.
Das erste Rathaus entstand 1581 aufgrund eines Privilegs von König Stephan Báthory. Es brannte 1666 ab, der Nachfolgebau von 1670 fiel 1731 einem Feuer zum Opfer. Das heutige Gebäude wurde 1743–1752 unter Leitung von Jacob Kinzel und Jacob Roestel errichtet. 1831 baute man den brandgeschädigten Turm neu auf und gab dem Ganzen seine heutige klassizistische Gestalt. Die Quellen datieren einzelne Bauphasen unterschiedlich, sind sich aber einig, dass das heutige Aussehen auf den Umbau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Renovierungen folgten 1924 und in den 1990er-Jahren.
1994 fand man in der Turmspitze eine Blechdose mit Siegeln, Dokumenten und Fotos, die Anfang des 20. Jahrhunderts dort deponiert worden war – eine Zeitkapsel aus dem alten Meseritz.
Der Markt ist jederzeit zugänglich; im Rathaus sitzt der Bürgermeister, daher sehen Sie es vor allem von außen. Kommen Sie vor 12 Uhr, um das Turmsignal zu hören. 2002 wurde der Markt umgestaltet und für Autos gesperrt, was das Flanieren angenehm macht. Von hier sind es wenige Gehminuten zur gotischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und zur Burgruine mit Museum. Für den Markt selbst genügen 20–30 Minuten.
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