Kirchen & Klöster
Świebodzin (Schwiebus), Lebus
Der schlanke Backsteinturm am Chopin-Park ist der höchste Blickfang der Altstadt von Świebodzin (Schwiebus), obwohl die Kirche einige Jahrhunderte jünger ist als die Pfarrkirche. Sie entstand um 1900 als lutherisches Gotteshaus, und Kaiser Wilhelm II. beteiligte sich persönlich an den Baukosten.
Evangelische Gläubige beteten hier seit 1694. Der Nachfolgebau, eine Fachwerkkirche von 1746–1750, war Ende des 19. Jahrhunderts in sehr schlechtem Zustand. Die Gemeinde sammelte daher für einen Neubau und bat Berlin um Unterstützung. Der Kaiser gab 60.000 Mark und übernahm das Patronat, der Entwurf ging an den Hofbaurat Gotthilf Ludwig Möckel aus Doberan.
Die Arbeiten gingen zügig voran: Im September 1898 wurde der Altbau abgerissen, am 4. Mai 1899 der Grundstein gelegt, im August 1900 die Turmspitze vergoldet und am 11. Dezember 1900 die Kirche in Anwesenheit von Gästen aus dem ganzen Kaiserreich geweiht.
Ende Januar 1945 besetzte die Rote Armee die Stadt; Soldaten beschädigten Teile der Ausstattung und nahmen die wertvollsten Stücke mit. Nach dem Krieg nutzte die katholische Pfarrei St. Michael den Bau als sogenannte Schulkirche, 1981 wurde er Sitz der neuen Pfarrei Unserer Lieben Frau Königin Polens.
Das schönste Foto gelingt von der ul. Wałowa: Im Vordergrund stehen mittelalterliche Mauer und Turm, dahinter die neugotische Turmspitze. Für den Besuch genügt eine Viertelstunde, den Innenraum sehen Sie am ehesten vor Gottesdiensten. Zum Rathaus am Markt sind es etwa fünf Minuten zu Fuß.
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