Andere
Knapp vor Gryfino, in der Nähe des Kraftwerks Dolna Odra, wächst Pommersns seltsamster Hain: Dutzende Kiefern, deren Stämme schon wenige Zentimeter über dem Boden fast im rechten Winkel abknicken und erst dann senkrecht in den Himmel wachsen. Der Wald wurde in den 1930er-Jahren gepflanzt, sehr wahrscheinlich um 1934; heute zählt er gut fünfzig deformierte, 11–12 Meter hohe Bäume, und die ganze Fläche umfasst lediglich 0,33 ha. Seit Dezember 2006 ist er ein Naturdenkmal.
Woher kommen die Krümmungen? Bis heute weiß es niemand. Die populärste Theorie spricht von einem gezielten Anbau sogenannten Krummholzes — natürlich gewachsenen, gebogenen Hölzern, die in der Tischlerei für Möbel, Schlitten oder Bootsbauteile begehrt waren. Eine andere Hypothese nimmt an, dass die jungen Bäume für Weihnachtsbäume geschlagen wurden und ein nachwachsender unterer Ast die Rolle des Stammes übernahm, aufrecht wuchs und die charakteristische Krümmung behielt. Dieses ungelöste Rätsel hat den kleinen Hain zu einer der bekanntesten Waldkuriositäten der Welt gemacht.
Der Ort wird gepflegt: 2020 begannen die Gemeinde Gryfino, der Forstbetrieb und die PGE-Stiftung mit der Revitalisierung und touristischen Erschließung, und 2021 entstand eine Ersatzfläche mit tausend jungen Kiefern, die einst einen neuen krummen Wald bilden sollen. Der Spaziergang auf dem Pfad dauert 30–60 Minuten; das Gelände ist rund um die Uhr und kostenlos zugänglich. Der Zugang führt vom Parkplatz in Nowe Czarnowo, und der rote Wanderweg von Stettin nach Mieszkowice verläuft durch die Gegend — ideal mit einem Ausflug nach Gryfino oder Stettin zu verbinden. Denken Sie daran, nicht zwischen die Bäume zu treten: Das ist ein geschütztes Naturdenkmal.
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