Märkte & Altstädte
Stettin, Westpommern
Der Heumarkt (Rynek Sienny) in Stettin (Szczecin) ist der älteste Marktplatz der Stadt und das Herz der wiederaufgebauten Altstadt. Über dem Kopfsteinpflaster thront das backsteingotische Altstädtische Rathaus mit seinem filigranen Ziergiebel, ringsum stehen farbenfrohe Bürgerhäuser mit Café- und Restaurantterrassen. Ein idealer Ort für eine Pause beim Stadtrundgang – nur wenige Minuten von Kathedrale, Schloss und Oderufer entfernt.
Urkundlich erwähnt wird der Platz 1310 als forum antiquum, „alter Markt“. Der deutsche Name Heumarkt geht auf den Heuhandel zurück und galt bis 1945. 1833–1835 entstand an der Westseite die Börse.
Bei den alliierten Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg brannten Rathaus, Börse und die umliegenden Häuser aus. Nach dem Krieg wurden die Ruinen abgetragen, der Platz hieß zeitweise plac Rzepichy, und an der Westseite entstanden Wohnblöcke. Erst Ende der 1990er-Jahre begann der Wiederaufbau der Süd- und Westseite; einige Häuser wurden nach Vorkriegsvorbild rekonstruiert. So knüpft das polnische Szczecin heute bewusst an das Bild der alten Stettiner Altstadt an.
Das Altstädtische Rathaus (ul. Księcia Mściwoja II 8) wurde im 15. Jahrhundert aus Backstein errichtet, an der Stelle eines Holzbaus aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. 1570 tagte hier der Friedenskongress, der den Krieg zwischen Schweden und Dänemark beendete. Nach Zerstörungen bei Belagerungen durch Brandenburg wurde es barock umgestaltet, 1944 brannte es aus. Beim Wiederaufbau 1972–1975 erhielt es seinen gotischen Giebel mit grün und schwarz glasierten Ziegeln zurück. In Keller und zwei Sälen sind gotische Sterngewölbe erhalten; das Rathaus liegt an der Europäischen Route der Backsteingotik.
Heute zeigt hier das Museum für Stadtgeschichte (eine Abteilung des Nationalmuseums) die Frühgeschichte Stettins, die schwedische und preußische Zeit sowie den Alltag im 20. Jahrhundert. Besonders sehenswert für deutsche Besucher ist die Ausstellung „Hans Stettiner und Jan Szczeciński“, die das Alltagsleben in der Stadt vor und nach 1945 nebeneinanderstellt. Im gotischen Keller befindet sich ein Restaurant.
Für den Platz reicht eine halbe Stunde, mit Museum solltest du 1,5–2 Stunden einplanen. Tipp: Leg deinen Altstadtrundgang auf einen Samstag – dann kostet das Museum nichts.
Von Berlin sind es rund 150 km, etwa zwei Stunden mit Auto oder Regionalbahn. Der Heumarkt liegt in der Altstadt, etwa 300 m von der Jakobikathedrale und rund 15 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof. Im Zentrum ist Parken gebührenpflichtig – am besten zu Fuß erkunden. In der Nähe liegen der Neue Markt, das Schloss der Pommerschen Herzöge, das Berliner Tor und die Hakenterrasse.
Plac dostępny całodobowo; Muzeum Historii Szczecina w Ratuszu Staromiejskim całorocznie pn nieczynne, wt i nd 10:00–16:00, śr–sob 10:00–18:00.
Wstęp wolny (plac); Muzeum Historii Szczecina 20 zł normalny, 12 zł ulgowy, w soboty wystawy stałe bezpłatnie.
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Geprüft: Oktober 2026