Aussichtspunkte
Stettin, Westpommern
Die Hakenterrasse in Stettin – heute Wały Chrobrego in Szczecin – ist die prachtvollste Aussichtsterrasse der Stadt und ihr bekanntestes Fotomotiv. Auf einem rund 500 Meter langen Steilufer über der Oder stehen monumentale Bauten aus dem frühen 20. Jahrhundert, darunter das Woiwodschaftsamt und das Nationalmuseum, während Treppen, Brunnen und Kuppelpavillons zum Fluss hinabführen. Der Besuch ist kostenlos und rund um die Uhr möglich – eine der Sehenswürdigkeiten, für die sich ein Tagesausflug von Berlin lohnt.
Die Terrasse entstand, als Stettin eine bedeutende deutsche Hafenstadt an der Ostsee war. Schon 1876 gab es erste Pläne, das Gelände des abgetragenen Fort Leopold an der Oder zu gestalten; 1901 fiel der Beschluss zum Bau. Treibende Kraft war Oberbürgermeister Hermann Haken, nach dem die Anlage Hakenterrasse benannt wurde. Den Entwurf lieferte Stadtbaurat Wilhelm Meyer-Schwartau; die Terrassen wurden 1902–1907 angelegt, der gesamte Gebäudekomplex war bis 1921 fertig.
Die Anlage überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt. Nachdem Stettin 1945 polnisch geworden war, erhielt die Terrasse den Namen des Königs Bolesław Chrobry (des Tapferen), und in den Brunnennischen wurden Figuren zweier Gestalten aus der pommerschen Seefahrtsgeschichte aufgestellt. Nach 1989 wurden Fassaden, Laternen und auch die Widmungstafel für Haken restauriert – ein schönes Zeichen für den heutigen Umgang mit dem gemeinsamen Erbe. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz.
Ja – die Terrasse gehört zu den eindrucksvollsten Stadtpanoramen an der Ostsee. Für den Spaziergang reichen 30 bis 60 Minuten, mit Museum und Bummel am Fluss 2 bis 3 Stunden. Am schönsten ist es am späten Nachmittag zum Sonnenuntergang und danach, wenn die Gebäude angestrahlt werden. Das klassische Postkartenmotiv entsteht vom gegenüberliegenden Oderufer oder vom Schiff aus, mit der Spiegelung im Wasser.
Die Terrasse ist auch Bühne großer Feste – 2017 lagen hier die Segelschiffe der Tall Ships Races. Die obere Promenade ist breit und eben, gut für Kinderwagen.
Die Hakenterrasse selbst ist frei zugänglich, rund um die Uhr.
Nationalmuseum (ul. Wały Chrobrego 3): Dienstag und Sonntag 10–16 Uhr, Mittwoch–Samstag 10–18 Uhr, montags geschlossen. Dauerausstellungen 20 Złoty regulär / 12 Złoty ermäßigt, Wechselausstellungen 15/8 Złoty, Kombiticket 30/15 Złoty. Eltern mit Kindern unter 16 zahlen den ermäßigten Preis. Samstags ist der Eintritt in die Dauerausstellungen frei. Wichtig: Der Aussichtsturm des Museums ist 2026 wegen Renovierung geschlossen. Geschlossen ist außerdem an mehreren Feiertagen, u. a. am 1. und 12. November sowie am 24., 25. und 31. Dezember.
Barrierefreiheit: Vor dem Museumseingang liegen zwei breite Stufen, eine barrierefreie Toilette gibt es im Gebäude nicht.
Stettin liegt nur rund 150 Kilometer von Berlin entfernt – mit dem Auto über die A11, mit der Bahn in etwa zwei Stunden. Vom Hauptbahnhof Szczecin Główny läufst du rund 20 Minuten an der Oder entlang oder fährst ein paar Stationen mit der Straßenbahn.
Parkplätze rund um die Terrasse sind knapp und in der Innenstadtzone gebührenpflichtig; vier Behindertenparkplätze befinden sich vor dem Woiwodschaftsamt (ul. Wały Chrobrego 4).
Wenige Gehminuten entfernt liegen das Schloss der Pommerschen Herzöge, die preisgekrönte moderne Philharmonie und das barocke Königstor. In der Saison starten an den Oderboulevards Ausflugsschiffe zu Hafenrundfahrten.
Taras dostępny całodobowo; Muzeum Narodowe (Wały Chrobrego 3): wt i nd 10–16, śr–sob 10–18, pn nieczynne; wieża widokowa muzeum nieczynna w 2026 r.
Wstęp wolny
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Geprüft: Oktober 2026