Denkmäler
Bytom, Schlesien
Die Einheimischen nennen ihn die „Bytomer Powązki“, in Anlehnung an den berühmten historischen Friedhof in Warschau – und der Vergleich passt: Unter alten Bäumen ruhen hier ein Oberbürgermeister, der die Stadt 37 Jahre lang führte, ein Priester, der sich in Oberschlesien für die polnische Sprache einsetzte, der bekannteste Architekt der Stadt und mehrere polnische Fußballnationalspieler. Der Mater-Dolorosa-Friedhof an der ul. Piekarska 71 wurde 1868 angelegt und hat seine historische Anlage, eine neugotische Kapelle und ein Ensemble von Familienmausoleen bewahrt. 2009 wurde er zu einem der Sieben Architekturwunder der Woiwodschaft Schlesien gewählt.
Im 19. Jahrhundert ließ die Industrie Bytom (Beuthen O.S.) rasant wachsen, und auf dem alten Pfarrfriedhof – dort, wo heute die Dreifaltigkeitskirche steht – wurde der Platz knapp. 1866 begann die Friedhofsgesellschaft Ad Sanctam Trinitatem, Grundstücke zwischen den heutigen Straßen Piekarska und Kraszewskiego zu erwerben; das Gelände wurde geweiht. Die erste Beerdigung auf Mater Dolorosa I fand 1868 statt; 1886 entstand nebenan ein zweiter Friedhof, Mater Dolorosa II.
In der Volksrepublik drohte die Schließung. 1973 leiteten die Behörden ein Verfahren zur Schließung dreier Friedhöfe an der Piekarska und Kraszewskiego ein – die meisten Gräber von Mater Dolorosa II wurden tatsächlich beseitigt. Mater Dolorosa I blieb erhalten und kam am 26. November 1987 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz: Wegenetz, Umfassungsmauer, alter Baumbestand, Kapelle, Mausoleen und Grabmäler.
Seit 2000 sammeln die Gesellschaft der Freunde Bytoms und die Lokalzeitung „Życie Bytomskie“ jedes Jahr Spenden für den Friedhof; mit dem Geld wurden die wertvollsten Kapellen und Mausoleen restauriert. Hier liegt auch Ernst Oderski, Besitzer eines Cafés am Ring, das als erstes in der Stadt Süßigkeiten für Diabetiker herstellte.
Der Friedhof ist in Betrieb, kein Museum – verhalten Sie sich ruhig und rücksichtsvoll gegenüber Trauernden. Laut Friedhofsordnung der Dreifaltigkeitspfarrei ist er von 7:30 bis 20:00 Uhr geöffnet, vom 1. Dezember bis 31. März bis zur Dämmerung. Die Friedhofsverwaltung an der ul. Piekarska 71 ist montags bis freitags von 11:00 bis 14:30 Uhr besetzt (Stand: Oktober 2026). Radfahren und Autofahren sind auf dem Gelände verboten. Für einen Rundgang durch die Alleen und zu den Kapellen sollten Sie 45–60 Minuten einplanen; am schönsten ist das Licht im Frühherbst, wenn sich das Laub der alten Bäume färbt. Der Friedhof liegt nahe der Innenstadt und lässt sich gut mit einem Spaziergang über den Ring verbinden.
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