Kirchen & Klöster
Piekary Śląskie, Schlesien
Auf dem Cerekwica-Hügel in Piekary Śląskie (Deutsch Piekar), neben der Basilika mit dem Bild der Muttergottes der Gerechtigkeit und sozialen Liebe, liegt der Kalvarienberg von Piekary – ein „Neues Jerusalem" aus der Zeit des Historismus. Auf fast 10 Hektar stehen 14 Kreuzwegkapellen, 15 Rosenkranzkapellen und 11 weitere, größtenteils von den Gläubigen selbst und ohne Lohn errichtet. Er bildet das Herz des wichtigsten Wallfahrtsortes Oberschlesiens und ist Ziel großer Ständewallfahrten.
Die Idee stammte von Pfarrer Bernard Purkop, der 1866–1871 Grundstücke auf dem Hügel kaufte und tauschte, Bäume pflanzte und Figuren aufstellte, ohne seine Pläne lange preiszugeben. Ein Aufruf an die Gemeinde erschien 1869 in der Zeitung „Zwiastun Górnoszlązki". Zu seinen Lebzeiten entstanden jedoch nur das Heilige Grab und fünf Kapellen, weil der Kulturkampf die Arbeiten bremste. Nach Purkops Tod 1882 ging der Hügel laut Testament an die Pfarrei, was ein Gericht allerdings erst 1888 bestätigte.
Neu begonnen wurde der Bau 1887 unter Pfarrer Leopold Nerlich. Gesamtplan und Kapellenentwürfe lieferte sein Freund, der Franziskaner Władysław (Edward) Schneider, der gerade nach 12 Jahren aus dem Heiligen Land zurückgekehrt war. Architekt Paul Jackisch arbeitete die Pläne aus, Maurermeister Karol Ogórek leitete den Bau; beide arbeiteten wie Pater Schneider unentgeltlich, unterstützt von Einwohnern der Umgebung. Bis Ende 1888 waren acht Kapellen, das Tal Josaphat, der Bach Kidron und der Garten Gethsemane fertig, 1889 begann der Bau der prächtigsten Kapellen: Abendmahlssaal und Palast des Kaiphas. Die Kalvarienkirche entstand 1891–1893, die Rosenkranzkapellen 1894–1895. Kardinal Georg Kopp weihte die Anlage am 21. Juni 1896.
Seit der Zwischenkriegszeit kommen hier die großen Ständewallfahrten zusammen: Männer und junge Männer am letzten Sonntag im Mai, Frauen und Mädchen am Sonntag nach dem 15. August. Daran nehmen von einigen Zehntausend bis über 100.000 Gläubige teil, vor allem aus Oberschlesien; die Predigten greifen die katholische Soziallehre und Fragen der Arbeitswelt auf. 2015 kehrte nach fast hundertjähriger Pause das Freiluft-Passionsspiel in der Karwoche zurück. Am Haupteingang steht ein 2005 geweihtes Denkmal für Johannes Paul II.
Der Kalvarienberg ist eine offene Parkanlage; kommen Sie am besten an einem Werktag, wenn es ruhig ist, und planen Sie 1–1,5 Stunden für den Rundgang ein. Bequeme Schuhe sind ratsam, da die Wege gepflastert sind und bergauf führen. An Wallfahrtstagen und in der Karwoche ist mit Andrang und Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Verbinden Sie den Besuch mit der Basilika St. Maria und St. Bartholomäus, in der sich das Bild der Muttergottes von Piekary befindet.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Kalvarienberg Piekary.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.