Kirchen & Klöster
Radruż, Karpatenvorland
Die Holzkirche (Cerkiew) der heiligen Paraskeva in Radruż ist eine der ältesten und am besten erhaltenen hölzernen Ostkirchen Polens – ein spätgotischer Bau vom Ende des 16. Jahrhunderts auf einem ovalen Hügel im östlichen Roztocze, direkt an der Grenze zur Ukraine. Mit Steinmauer, Glockenturm und alten Friedhöfen gehört das Ensemble seit 2013 zum UNESCO-Welterbe „Holzkirchen der Karpatenregion in Polen und der Ukraine“ und ist seit 2017 polnisches Geschichtsdenkmal. Heute ist es eine Außenstelle des Grenzlandmuseums (Muzeum Kresów) in Lubaczów.
Radruż ist ein kleines Dorf im Karpatenvorland, etwa 3 km vom Kurort Horyniec-Zdrój, 24 km von Lubaczów, rund 92 km von Przemyśl und 125 km von Rzeszów entfernt – etwa zwei Autostunden. Aus Deutschland führt die A4 bis Jarosław oder Radymno, von dort geht es auf Landstraßen weiter Richtung Lubaczów. Nächster Flughafen ist Rzeszów-Jasionka. Die UNESCO-Kirche in Chotyniec liegt rund 60 km entfernt. Ohne Auto ist die abgelegene Grenzregion kaum zu erkunden. Angaben zum Parken macht das Museum nicht.
Die Kirche entstand Ende des 16. Jahrhunderts, vermutlich gestiftet von Jan Płaza (gest. 1599), Sejm-Abgeordneter und Starost von Lubaczów. Die Zimmerleute verwendeten Tannen- und Eichenholz und arbeiteten in spätgotischer Tradition. Zunächst orthodox, dann griechisch-katholisch, dient sie heute als Museum; seit 2010 betreut das Grenzlandmuseum Lubaczów das Ensemble.
Die Lage auf dem Hügel über dem Bach Radrużka und die Steinmauer verleihen der Anlage Wehrcharakter – im unruhigen 17. Jahrhundert suchten die Bewohner hier Schutz vor Tatarenüberfällen. Die heutige Mauer stammt von 1825. Bei der Restaurierung 1963–1965 fand man unter einer Ecke der Schwelle acht Schillinge König Johann II. Kasimir von 1665. 2012 setzte der World Monuments Fund Radruż auf seine Watch-Liste.
Die am 21. Juni 2013 eingetragene Welterbestätte umfasst 16 Holzkirchen – je acht in Polen und in der Ukraine –, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert von orthodoxen und griechisch-katholischen Gemeinden aus waagerechten Balken errichtet wurden. Zum polnischen Teil gehören Brunary Wyżne, Chotyniec, Kwiatoń, Owczary, Powroźnik, Radruż, Smolnik und Turzańsk. Insgesamt hat Polen heute 18 Welterbestätten; zuletzt kam im Juli 2026 das modernistische Zentrum von Gdynia hinzu.
Die Kirche hat den klassischen dreiteiligen Grundriss aus drei Quadraten in Blockbauweise. Das hohe, zweigeschossige Schiff krönt eine vierseitige Blockkuppel mit Schindellaterne; Altarraum und Vorraum tragen Satteldächer. Breite überdachte Umgänge auf Pfosten umlaufen den Bau – im östlichen Roztocze gibt es sie nur hier und im nahen Nowe Brusno. Forscher verweisen auf die Ähnlichkeit mit der Heilig-Geist-Kirche im ukrainischen Potelytsch.
Im Inneren blieben Malereien von 1648 erhalten, direkt auf das Holz der Ikonostasenwand und des Altarraums gemalt, vermutlich von Malern aus Potelytsch. 2012 wurden Teile einer Ikonostase aus Łańcut restauriert und hier aufgestellt.
Außerdem gehören zum Ensemble:
Laut Grenzlandmuseum:
Eintritt: normal 20 zł (ca. 4,50 €), ermäßigt 15 zł, Familienticket 40 zł (bis 5 Personen, höchstens 2 Erwachsene); Kinder unter 7 Jahren frei. In der Herbst-Winter-Saison ist der Eintritt mittwochs frei (im Sommer montags); dann kostet ein Guide 80 zł pro Gruppe bis 25 Personen, nach Reservierung. Im Ticket enthalten sind die Führung durch die Kirche (ca. 45 Minuten), das Gelände innerhalb der Mauer und die Ausstellung.
2026 ist die Anlage unter anderem am 1.–2. November, 23.–27. Dezember und 31. Dezember geschlossen. Reservierung: +48 606 357 108, radruz@muzeumkresow.eu. Fotografieren ohne Blitz und Stativ ist erlaubt; Tiere (außer Assistenzhunden) sind innerhalb der Mauer nicht gestattet.
Unbedingt. Radruż verbindet eine der schönsten Holzkirchen Mitteleuropas mit einer stillen Grenzlandschaft – und hat, anders als die meisten Cerkwie, verlässliche Öffnungszeiten. Als Basis bietet sich der kleine Kurort Horyniec-Zdrój mit seinen Schwefelquellen an; von dort lassen sich Wälder und Dörfer des östlichen Roztocze erkunden.
Zeiten gültig bis 31. März 2027
1.10–31.03: wt.–niedz. 9:00–16:00, pon. nieczynne (ostatnie wejście do cerkwi 15:00); 1.04–30.09: codziennie 10:00–18:00. Zamknięte m.in. 1–2.11, 23–27.12 i 31.12.2026.
Normalny 20 zł, ulgowy 15 zł, rodzinny 40 zł; dzieci do 7 lat bezpłatnie; w sezonie jesienno-zimowym w środy wstęp wolny (przewodnik 80 zł/grupa do 25 os. po rezerwacji).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026