Festungen
Przemyśl, Karpatenvorland
Die Festung Przemyśl (früher auch Przemysl geschrieben) ist ein Ring aus k.u.k.-Forts rund um die Stadt am San im Südosten Polens, nahe der ukrainischen Grenze. In den Jahren 1914–1915 erlebte sie eine der längsten Belagerungen des Ersten Weltkriegs, und ihr Fall wurde in ganz Österreich-Ungarn zum Schock. Heute liegen Dutzende Festungswerke verstreut in den Hügeln: überwachsene Ziegelkasernen, Betonkasematten, Gräben und Geschützstellungen. Einige Forts haben inzwischen Museen und Aussichtstürme – ein lohnendes Ziel für alle, die sich für altösterreichische Geschichte interessieren.
Nach den Teilungen Polens gehörte Galizien zur Habsburgermonarchie. Przemyśl lag an den Wegen von Krakau (Kraków) nach Lemberg (Lwiw) und über die Karpaten nach Ungarn – ein idealer Sperrpunkt gegen Russland. Erste Feldbefestigungen entstanden bereits 1854–1855 während des Krimkriegs. Den Bau einer ständigen Festung genehmigte Kaiser Franz Joseph 1871; wegen chronischen Geldmangels wurde sie jedoch nie vollständig nach Plan fertiggestellt.
Bei Kriegsbeginn 1914 hatte der äußere Gürtel einen Umfang von rund 45 km, dazu kam ein innerer Ring näher an der Stadt. Die Besatzung zählte etwa 130.000 Mann. Viele Werke stammten allerdings noch aus den 1870er- und 1880er-Jahren und waren nicht mehr auf dem Stand der Technik.
Die erste russische Belagerung dauerte von Mitte September bis zum 10./11. Oktober 1914 und scheiterte. Die zweite begann im November 1914 und dauerte 133 Tage – diesmal setzten die Russen auf Aushungern. Nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch ließ Festungskommandant Hermann Kusmanek von Burgneustädten die Anlagen zerstören. Am 22. März 1915 wurden Forts und Brücken gesprengt; rund 110.000 Soldaten, darunter 9 Generäle, gerieten in russische Gefangenschaft. Bereits Anfang Juni 1915 eroberten österreichisch-ungarische und deutsche Truppen die Stadt zurück. Die Stadt selbst vergleicht Przemyśl gern mit Verdun – als „Verdun der Ostfront“.
Nach dem Krieg verloren die Forts an Bedeutung und verfielen. Seit einer Verordnung des polnischen Präsidenten vom 10. Dezember 2018 ist die Festung als „Pomnik Historii“ (Geschichtsdenkmal) geschützt – die höchste nationale Denkmalkategorie Polens.
Das städtische Tourismusportal hebt sechs Forts besonders hervor:
Zur nördlichen Festungsroute, eröffnet im September 2025, gehören außerdem zwei Aussichtstürme (einer davon 34 m hoch in Ujkowice) und ein Schlachtfeld-Freilichtmuseum mit rekonstruierten Schützengräben in Żurawica-Bażantaria.
Für ein Fort mit Museum reichen 1–2 Stunden, für eine Rundfahrt zu mehreren Forts solltest du einen ganzen Tag einplanen. Ein grün markierter Radweg führt in zwei Schleifen um die Festung, auch ein Wanderweg verbindet die Werke; im Winter werden manche Strecken zum Skilanglauf genutzt.
Wichtig: Die meisten Forts sind ungesicherte Ruinen mit dunklen Gängen, offenen Schächten und losem Mauerwerk. Nimm eine Taschenlampe und festes Schuhwerk mit und lass Kinder nicht allein in die Innenräume. Im Herbst und Winter sind die Tage kurz und die Wege oft schlammig.
Przemyśl liegt an der Autobahn A4, die von der deutschen Grenze bei Görlitz durchgehend über Breslau (Wrocław), Kattowitz (Katowice), Krakau und Rzeszów bis zur ukrainischen Grenze führt – von Görlitz sind es knapp 700 km. Mit der Bahn erreichst du Przemyśl direkt aus Krakau und Rzeszów; der nächste Flughafen ist Rzeszów-Jasionka. Für die Forts ist ein Auto am praktischsten: Bolestraszyce liegt nördlich der Stadt an der Straße Richtung Jarosław, Fort XI an der Landesstraße 77 (in Duńkowiczki Richtung Orzechowce abbiegen, hinter der Kirche links zum kostenlosen Parkplatz).
Verbinde die Forts mit dem Arboretum Bolestraszyce, der Altstadt von Przemyśl mit dem Königsschloss, dem Aussichtspunkt Tatarenhügel (Teil des inneren Festungsrings) und dem Renaissance-Schloss Krasiczyn.
Ruiny fortów dostępne bez ograniczeń (teren otwarty); muzeum w Forcie XI Duńkowiczki wt–nd, XI–III 8:30–16:00, IV–X 9:30–17:00, w poniedziałki nieczynne.
Ruiny fortów wstęp wolny; muzeum Fort XI Duńkowiczki: normalny 35 zł, ulgowy 25 zł, rodzinny 2+2 100 zł, dzieci do 6 lat bezpłatnie; pakiet z Fortem VIII 45 zł.
Fort XIII San Rideau, Bolestraszyce, gm. Żurawica (zespół fortów wokół Przemyśla)
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Geprüft: Oktober 2026