Burgen
Wieluń, Łódź
Von der königlichen Burg in Wieluń sind nur die gotischen Keller aus dem 14. Jahrhundert geblieben, verborgen unter einem klassizistischen Gebäude am Kazimierza-Wielkiego-Platz 2. Heute arbeitet hier die Kreisverwaltung (Starostwo), doch in diesen Mauern wurden Friedensverträge mit schlesischen Herzögen unterzeichnet, und Königinnen wohnten hier monatelang.
Die Burg in Wieluń, castrum Wilyn, wird erstmals 1311 erwähnt, als der Sitz der Kastellanei aus dem nahen Ruda hierher verlegt wurde. Laut dem Chronisten Janko von Czarnków ließ Kasimir der Große die Stadt befestigen und errichtete vermutlich nach dem Brand von 1335 Steinmauern und eine gotische Burg an der Stelle der hölzernen Befestigung. Urkunden von 1388 und 1393 nennen den Burgverwalter und die Katharinenkapelle „in castro nostro Velunensi“. Nach Kasimirs Tod herrschte Wladislaus von Oppeln über das Wieluńer Land und nannte sich Herzog von Wieluń, bis 1391 Władysław Jagiełło die Burg nach kurzer Belagerung einnahm.
In den Jahren 1432–1474 wurden auf der Burg Friedensverträge mit schlesischen Herzögen und Städten geschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts brannten Truppen Herzog Janusz’ von Auschwitz die Festung nieder; wiederaufgebaut wurde sie erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als die Starostei zum Besitz Königin Bonas kam. Danach beherbergte die Burg häufig königliche Damen: Isabella Jagiellonica verbrachte hier den Herbst 1553, und Katharina von Österreich, die dritte Frau Sigismund Augusts, lebte 1566 neun Monate lang hier, bevor sie Polen verließ.
Die Burg brannte immer wieder. Nach dem Feuer von 1631 blieben nur die Mauern und zwei gewölbte Archivräume übrig. Die wiederaufgebaute Festung besetzten die Schweden, die sich im Januar 1656 gegen polnische Truppen unter Krzysztof Żegocki behaupteten und die Burg beim Abzug im Frühjahr in Brand setzten. Hieronim Olszowski baute sie um 1673 wieder auf, nun ohne Wehrcharakter. Weitere Brände folgten 1727 und 1791; nach dem letzten standen nur noch der Turm und Mauerreste, die nach und nach abgetragen wurden. In den Ruinen befanden sich ein Lazarett und Militärmagazine, später eine Tuchmanufaktur. 1837 kaufte der Kreiskommissar Fryderyk August Goleński die Ruinen und errichtete bis 1843 auf den Fundamenten der Burg ein klassizistisches Palais.
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