Festungen
Wieluń gehört zu den fünfundzwanzig Städten, die unter der Herrschaft Kasimirs des Großen mit einer Stadtmauer umgeben wurden. Gemeinsam mit den „Adlernestern" bildete es einen Festungsgürtel, der die Südwestgrenze der Krone von Krakau bis Ostrzeszów sicherte. Die steinerne Mauer ersetzte nach dem Stadtbrand von 1335 ältere Holz-Erde-Befestigungen.
Der mittelalterliche Ring war rund 1200–1300 Meter lang und umschloss eine etwa 12 Hektar große Altstadt in Form eines unregelmäßigen Ovals. Die Mauern bestanden aus lokalem Sandstein und trugen einen Zinnenkranz aus Backstein; ihre Höhe betrug 6–6,5 Meter. Zusätzlich schützten ein Graben und ein Erdwall. Ursprünglich besaß der Ring keine Türme — es gab nur zwei Tore: das Kalischer Tor und das Krakauer Tor. Türme wie die Prochownia kamen erst später hinzu.
An der ulica Podwale stehen heute das Krakauer Tor, das einzige erhaltene Stadttor, der wiederaufgebaute Turm Męczarnia und die Ruine des Turmes Prochownia, verbunden durch einen Mauerzug. Das Tor hat eine eigenwillige Geschichte: Nach dem Abriss des alten Rathauses im 19. Jahrhundert erhielt es einen Anbau und dient seither als Rathausturm. Bei der Reformierten Kirche sieht man die Ruine des Turmes Swawola, bei der Kollegiatskirche die Fundamente des Kalischer Tores. Die Befestigungen stehen seit 1948 unter Denkmalschutz.
Die Überreste sind jederzeit frei zugänglich — entlang der Straßen Podwale und Barycz, der Królewska sowie am Nowy Rynek. In der Nähe liegen das Rathaus und die Reste der Burg von Wieluń. Erwähnenswert: Am 1. September 1939 zerstörten deutsche Luftangriffe die Innenstadt, sodass die erhaltenen Mauern zu den wenigen sichtbaren Zeugnissen der mittelalterlichen Stadt gehören.
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