Burgen
Szydłów, Heiligkreuz
Die Königsburg in Szydłów steht auf einem Steilhang über dem Tal des Flüsschens Ciekąca und ist in die Mauern der Stadt eingebunden, die man das polnische Carcassonne nennt. Ihr Rittersaal von etwa 1400 ist die am besten erhaltene mittelalterliche Residenz polnischer Monarchen auf dem Gebiet des einstigen Königreichs Polen und seit 2019 wieder überdacht und für Besucher geöffnet.
Die Chronisten Janko von Czarnków und Jan Długosz schreiben den Bau der steinernen Burg und der Stadtbefestigung König Kasimir dem Großen zu. Neuere Funde bisher unbekannter Mauerabschnitte zählen Szydłów zu den größten Wehranlagen dieses Königs. Einer Hypothese zufolge ließen Hedwig von Anjou und Władysław Jagiełło den Rittersaal Ende des 14. Jahrhunderts errichten, worauf stilistische Bezüge zur ungarischen Burg Visegrád hindeuten. Jagiełło selbst weilte hier 17 Mal und sprach im Palast Recht. Die Burg brannte 1528 und 1541, 1630 erneut nach einer Meuterei von Söldnern, die ihren Sold forderten, und wurde dann während der Schwedischen Sintflut von schwedischen und siebenbürgischen Truppen verwüstet. 1723 ließ sie der Starost Józef Załuski erneuern, doch Ende des 18. Jahrhunderts stand sie leer und diente im 19. Jahrhundert sogar als Pferdestall.
Ende der 1960er-Jahre wurden in der Nähe der Burg Schlachtszenen für den Historienfilm „Pan Wołodyjowski" gedreht. Eine örtliche Legende erzählt von einer Weißen Frau mit Fackel, die auf den Mauern erscheint, und von einem Ritter auf schwarzem Pferd, der nachts an der Burg vorbeireitet. Die Burg nahm ein lang gestrecktes Vieleck von über 7000 m² ein, und die Stadtmauern mit dem Krakauer Tor sind auf etwa 680 m Länge erhalten.
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