Kirchen & Klöster
Pacanów, Heiligkreuz
Pacanów kennt man in Polen vor allem durch das Comic-Zicklein Koziołek Matołek, doch das Städtchen hat auch eine der ältesten kirchlichen Traditionen des Landes. Die Basilika St. Martin – zugleich Wallfahrtsort des Sterbenden Herrn Jesus – steht an der Stelle einer Kirche, die Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet wurde. Ihre Gründungsurkunde gilt als ältestes bekanntes Dokument dieser Art für eine Dorfkirche. Pilger kommen wegen des Kruzifixes, dessen Kapelle drei Brände überstand, die den Rest der Kirche zerstörten.
Gegründet wurde die Kirche 1109–1118 vom Krakauer Bischof Maurus auf Bitten des Ritters Siemian aus dem Geschlecht der Niegodzic. Der Bischof weihte sie dem hl. Martin und stattete sie mit dem Zehnten umliegender Dörfer aus. Das Original ist verloren; überliefert ist die Urkunde durch eine Abschrift von Bischof Iwo Odrowąż vom 15. August 1219. Die Forschung hält sie für echt und für das älteste Dokument eines polnischen Ausstellers für einen polnischen Empfänger. Kurios: Der Name Pacanów kommt im Text gar nicht vor.
1265 erhielt Pacanów von Bolesław dem Schamhaften das Stadtrecht. 1610 stiftete der Krakauer Woiwode Mikołaj Zebrzydowski die St.-Anna-Kapelle. Die Kreuzverehrung begann 1615, als eine Figur des Gekreuzigten aus einer abgebrannten Spitalkirche hierher kam und die Freitagsandachten einsetzten. 1633 wurde an der Südseite die Christuskapelle angebaut.
Die Kirche brannte 1657 während der schwedischen Sintflut, 1906 und 1944 im Zweiten Weltkrieg. Jedes Mal, wenn das Feuer den Großteil des Baus vernichtete, blieb die Kapelle mit dem wundertätigen Kruzifix verschont. Der Wiederaufbau nach 1906 dauerte bis 1935, nach dem Krieg leitete ihn Pfarrer Adam Adamek bis zu seinem Tod 1958. 2008 erhob Papst Benedikt XVI. die Kirche zur Basilica minor.
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