Kirchen & Klöster
Wiślica, Heiligkreuz
Die St.-Stanislaus-Kirche in Nowy Korczyn ist ein gotischer Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, gestiftet 1257 von Herzog Bolesław dem Schamhaften und seiner Frau Kinga, der späteren heiligen Kunigunde. Die ehemalige Franziskanerkirche steht in einem kleinen Städtchen im Ponidzie, nahe der Mündung der Nida in die Weichsel. Seit 2015 ist sie Diözesanheiligtum der hl. Kinga – und hinter der schlichten Fassade wartet ein überraschend prachtvolles Barockinneres. Wenn du Kleinpolen abseits der bekannten Ziele erkunden willst, lohnt sich der Abstecher.
Nowy Korczyn liegt in der Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie), rund 22 km vom Kurort Busko-Zdrój und etwa 65 km südöstlich von Kielce. Von Krakau (Kraków) sind es ungefähr 80 km, also etwa anderthalb Stunden Fahrt; durch den Ort führt die Landesstraße 79. Busverbindungen gibt es nur regional, mit dem Auto bist du deutlich flexibler. Die Kirche steht in der ul. Franciszkańska 1, wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt.
Im Mittelalter war Nowy Korczyn ein wichtiges Zentrum Kleinpolens: Bolesław der Schamhafte verlieh 1258 das Stadtrecht, Kasimir der Große ließ hier eine königliche Burg errichten (von ihr ist nichts erhalten), und im 15. Jahrhundert tagten hier Landtage des Adels. Die Franziskanerkirche entstand zeitgleich mit der Stadtgründung, Kasimir der Große baute sie im 14. Jahrhundert aus. Später kamen ein Tonnengewölbe im Schiff (17. Jahrhundert), ein mit der Westfassade verbundener Glockenturm (18. Jahrhundert) und ein neobarocker Giebel (19. Jahrhundert) hinzu. Bei den Kämpfen 1945 wurde das westliche Joch des Schiffs beschädigt.
Der angrenzende Flügel des ehemaligen Klosters dient heute als Pfarrhaus.
2015 erhob Bischof Jan Piotrowski von Kielce die Kirche zum Diözesanheiligtum der hl. Kinga. Die ungarische Königstochter gilt in Polen als Patronin der Salzbergleute und ist zugleich Schutzpatronin von Nowy Korczyn. Jedes Jahr feiert die Stadt die Kingonalia mit einer Diözesanwallfahrt: Die Prozession zieht von der Kinga-Quelle zur Stanislauskirche, wo eine Festmesse gefeiert wird. Ihr Gedenktag ist der 24. Juli.
Die Kirche ist eine Filialkirche der Pfarrei zur Heiligen Dreifaltigkeit und kein Museum – es gibt weder Eintritt noch feste Besichtigungszeiten (Stand: Oktober 2026). Am sichersten kommst du kurz vor oder nach einem Gottesdienst hinein. Für das Innere reichen 30–45 Minuten, für den ganzen Ort solltest du ein bis zwei Stunden einplanen. Informationen vor Ort gibt es nur auf Polnisch.
Nur wenige hundert Meter entfernt findest du die Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit mit manieristischer Fassade, die Ruine der Synagoge aus dem 17. Jahrhundert – vor dem Zweiten Weltkrieg stellten Juden die Mehrheit der Einwohner –, das Długosz-Haus aus dem 16. Jahrhundert und die Kinga-Quelle. Die mittelalterliche Basilika in Wiślica liegt nur eine kurze Fahrt entfernt.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Stanislaukirche in Nowy Korczyn.
Affiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.
Geprüft: Oktober 2026