Museen
In Wiślica, direkt neben der Kollegiatkirche, haben sich unter dem Pavillon des Archäologischen Museums – einer Abteilung des Nationalmuseums in Kielce – die Relikte der romanischen Nikolauskirche und eine steinerne Vertiefung von 4,5 Metern Durchmesser erhalten, die als Taufschale bekannt ist. Als älteste sakrale Spur des Ortes betrachtet, nährt sie seit Jahrzehnten gelehrte Streitigkeiten.
Die Relikte kamen 1958 beim Bau einer Wasserleitung ans Licht und wurden anschließend gründlich erforscht. Die Ausgrabungen legten die Reste einer romanischen Kirche und einer Grabkapelle aus dem 11. Jahrhundert frei. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert beim Bau der Stadtmauern von Wiślica abgetragen.
Um die Vertiefung entstand eine kühne Hypothese: Sie sollte ein gemeinsames Taufbecken aus dem 9. Jahrhundert sein, in dem um das Jahr 880 der Großmährische Fürst Sventopluk, nachdem er die Wislanen unterworfen hatte, den Stamm im slawischen Ritus getauft haben soll – fast hundert Jahre vor der Taufe Mieszkos I. im Jahr 966, die damals als die erste auf diesen Gebieten galt (zuvor hatte man die Schale auf Lednica als ältestes Taufbecken betrachtet). Mit der Zeit wurde die Theorie verworfen: Untersuchungen wiesen darauf hin, dass die Vertiefung aus dem 11. Jahrhundert stammt. Auch eine prosaischere Deutung tauchte auf – sie habe dem Anmischen von Mörtel gedient.
Wie auch immer der Streit entschieden wird, bleiben die Relikte eine wichtige Spur des frühen Christentums und sind im Pavillon am Solny-Platz 32 zu sehen. In der Nähe lohnen sich die Kollegiatkirche der Geburt der Seligen Jungfrau Maria, seit 2005 eine Basilica minor, und das gotische Długosz-Haus von 1460.
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