Burgen
Niedzica, Kleinpolen
Die Burg Niedzica, auch Burg Dunajec genannt, thront auf einem Felsen über dem Czorsztyn-Stausee in den Pieninen – eine der schönsten Burgen Polens. Sie liegt in der polnischen Zips (Spisz) und war jahrhundertelang eine ungarische Grenzburg, genau gegenüber der polnischen Burg Czorsztyn. Heute beherbergt sie ein Museum mit historischen Innenräumen, einer Wagenremise und einem Speicher aus dem 18. Jahrhundert. Wer in die Pieninen reist, sollte sie auf keinen Fall auslassen.
Niedzica liegt im Süden Kleinpolens, wenige Kilometer von der slowakischen Grenze. Von Krakau (Kraków) fährst du mit dem Auto etwa zwei Stunden über Neumarkt (Nowy Targ). Aus Deutschland geht es über die A4: Görlitz – Breslau (Wrocław) – Kattowitz (Katowice) – Krakau; ab Görlitz sind es gut 400 Kilometer bis Krakau. Eine Bahnverbindung nach Niedzica gibt es nicht – das Auto ist die praktischste Wahl. Die Museumsseite verweist auch auf Übernachtungsmöglichkeiten – eine Nacht am Stausee lässt sich gut mit dem Burgbesuch und einer Wanderung in den Pieninen verbinden.
Die Zips gehörte bis 1920 zum Königreich Ungarn, und so ist auch die Burg ein Stück ungarischer Geschichte. Ihre Anfänge reichen ins frühe 14. Jahrhundert zurück; die Überlieferung verbindet den Bau mit dem Geschlecht Berzeviczy, sicher belegt ist eine steinerne Burg im Testament des Gespans Wilhelm Drugeth von 1330. Ältester Teil ist die gotische Oberburg. In älteren deutschen Quellen findet sich auch der Name Nisitz.
Die Zips war ein Land vieler Kulturen: Seit dem 12. und 13. Jahrhundert siedelten hier auch Deutsche, die Zipser Sachsen, während die Burgherren von Niedzica zum ungarischen Adel gehörten. Im 15. Jahrhundert ließ Emmerich Zápolya die Anlage um die Unterburg erweitern; 1528 kam sie an Hieronim Łaski. Um 1600 baute die Familie Horváth-Palocsay sie im Renaissancestil um, die letzten Besitzer waren die Salamons. Am 28. Juli 1920 sprach die Botschafterkonferenz in Paris Niedzica Polen zu.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg geplündert. Der Verband der Kunsthistoriker (Stowarzyszenie Historyków Sztuki) begann 1948 mit dem Wiederaufbau und eröffnete 1963 das Museum, das er bis heute betreibt.
Ein Nachfahre der Berzeviczys soll im 18. Jahrhundert nach Peru gegangen sein; seine Tochter Umina heiratete einen Inka-Adligen. Nach einem gescheiterten Aufstand habe die Familie in Niedzica Hinweise auf einen Inka-Schatz versteckt. 1946 wurde angeblich unter der Torschwelle eine Metallhülse mit einem Quipu, einer Knotenschnur der Inka, gefunden. Der Finder kam später bei einem Autounfall ums Leben, das Quipu verschwand, ein Schatz wurde nie entdeckt. Historiker sehen darin eine Legende – spannend bleibt sie trotzdem.
Unbedingt. Plane 1,5 bis 2 Stunden für Burg und Remise ein. An Sommerwochenenden ist viel los – komm am besten früh. Treppen und unebene Böden machen den Besuch mit Kinderwagen oder Rollstuhl schwierig. Deutschsprachige Führungen erwähnt die Museumsseite nicht – frag bei Bedarf vorher nach.
Im Sommer sind die Öffnungszeiten am längsten, und auf dem Stausee verkehren Ausflugsschiffe – dafür ist es voll. September und Oktober bringen goldene Buchenwälder und ruhigere Säle. Im Winter 2026/27 ist das Museum dienstags bis sonntags bis 16 Uhr geöffnet; die Burg über dem zugefrorenen See ist dann besonders stimmungsvoll, doch es wird früh dunkel – komm am besten vormittags. Von Oktober bis April ist montags geschlossen.
Ein Tipp für die Planung: Wer Burg Niedzica und Burg Czorsztyn an einem Tag besuchen will, beginnt am besten in Niedzica (längere Öffnungszeiten) und fährt danach über die Staumauer nach Czorsztyn, wo im Winterhalbjahr schon um 15 Uhr geschlossen wird.
Gegenüber liegt die Burg Czorsztyn, ganz in der Nähe startet die Floßfahrt durch den Dunajec-Durchbruch (April bis Oktober), und auf die Drei Kronen (Trzy Korony) führen markierte Wanderwege.
Zeiten gültig bis 30. April 2027
Zamek i wozownia: 1 maja – 30 września codziennie 9:00–19:00; 1 października – 30 kwietnia (także zima 2026/27) wt.–nd. 9:00–16:00, poniedziałki nieczynne; kasa i wejście indywidualne do 15:20 (latem 18:20). Spichlerz tylko 1 maja – 30 września, 9:00–17:00.
Zamek i wozownia: normalny 40 zł, ulgowy 30 zł; spichlerz 10 zł (w sezonie); dzieci do 5 lat z opiekunem bezpłatnie; bez rezerwacji, część biletów online na określone godziny wejścia.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026