Skigebiete
Kluszkowce, Kleinpolen
An zwei Felsen knapp unterhalb des Gipfels des Wdżar dreht sich eine Kompassnadel mitunter fast vollständig um. Diese magnetischen Anomalien sind eine Spur des Magmas, das vor Jahrmillionen in die hiesigen Sandsteine und Schiefer eindrang. An den Nord- und Westhängen des Berges (766–767 m) liegt das Skigebiet Czorsztyn-Ski, beworben als „Land des schlafenden Vulkans“: zwei Sessellifte, rund 4,5 km Pisten und Blick auf den Czorsztyn-Stausee, die Pieninen und die Tatra.
Der Wdżar besteht aus Flysch, in den im Miozän zweimal Magma eindrang. So entstanden über hundert kleine Intrusionen aus Pieninen-Andesit, einem in den polnischen Karpaten außergewöhnlichen Gestein. Den Berg einen Vulkan zu nennen, ist jedoch ein Marketingtrick: Es gibt keine Belege, dass hier je ein Vulkan stand. Andesit wurde bereits 1873–1877 gebrochen, in größerem Umfang ab 1928; in der Zwischenkriegszeit beschäftigte die Firma, der der Berg gehörte, rund 400 Menschen und war laut Betreiber das größte Unternehmen der Region Podhale. Der Abbau dauerte bis in die 1970er-Jahre, und viele Häuser in Kluszkowce sind mit Stein vom Wdżar verkleidet.
Die Pisten, insgesamt etwa 4,5 km, sind blau und rot, beschneit, beleuchtet und täglich präpariert. Zwei rote Pisten sind FIS-homologiert, daher finden hier Rennen statt. Die Skischule bietet auch Monoski-Kurse für Menschen mit Behinderung an, und einige Lehrer haben Erfahrung mit Kindern im Autismus-Spektrum.
Die ersten Schlepplifte sowie beschneite und beleuchtete Pisten gingen am 22. Januar 2000 in Betrieb, der erste Sessellift am 18. Januar 2001. Im Oktober 2010 wurden im Rahmen eines EU-kofinanzierten Projekts der zweite Sessellift und ein Lehrpfad im alten Steinbruch eröffnet. Seit der Saison 2011/2012 gehört das Skigebiet zum gemeinsamen Skipass der Podhale-Region, heute Tatry Super Ski (19 Skigebiete, 118 Pisten).
Im Sommer bringt der Sessellift Besucher auf den Gipfel, und am Westhang verläuft eine Sommerrodelbahn (Alpine Coaster): 1000 m lang, 84 m Höhenunterschied, Geschwindigkeiten um 35–40 km/h. Im alten Steinbruch führt ein Naturlehrpfad durch die Papstschlucht (Wąwóz Papieski) – Kardinal Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., feierte hier bei einem Treffen der Oasen-Bewegung eine Messe; in der Schlucht stehen ein Obelisk und ein steinerner Altar. Dank des Andesits wächst am Wdżar der Braungrüne Streifenfarn – sein einziger Standort in Polen.
Das Skigebiet liegt in der ul. Kamieniarska 30A in Kluszkowce (Gemeinde Czorsztyn) an der Woiwodschaftsstraße 969. Der Parkplatz für Gäste ist kostenlos und liegt direkt an den Liften. Skipässe von Tatry Super Ski gibt es an den Kassen vor Ort; die Betriebszeiten der Lifte ändern sich je nach Saison und Wetter, prüfen Sie sie daher auf czorsztyn-ski.com.pl. Auf dem Gipfel gibt es die Bacówka mit Aussichtsterrasse, und die magnetischen Felsen liegen etwas südlich des Gipfels – nehmen Sie einen Kompass mit. In der Nähe lohnen die Burgruine Czorsztyn und die Burg in Niedzica einen Besuch.
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